Das UNESCO-Welterbekomitee tagt diese Woche in Busan, Südkorea, und wird rund 30 neue Nominierungen sowie mehrere besonders besorgniserregende Fälle prüfen. Aufgrund bewaffneter Konflikte und Umweltzerstörung könnten zahlreiche Stätten auf die Liste des gefährdeten Welterbes gesetzt und somit verstärkt geschützt werden.
Vom Krieg bedrohte Orte im Nahen Osten und in der Ukraine
Zu den Inschriften, die dringend überprüft werden, gehören die durch Bombenangriffe im Zusammenhang mit dem Konflikt mit Israel beschädigten Burgen des Amelgebirges im Südlibanon sowie die archäologische Stätte Sebastia im besetzten Westjordanland. Auch der Südsudan soll mit der Boma-Badingilo-Savanne, einem riesigen Ökosystem, das die weltweit größte Wanderung von Landsäugetieren beherbergt, aber sowohl durch interne Konflikte als auch durch die Auswirkungen des Klimawandels bedroht ist, in die Liste des Weltkulturerbes aufgenommen werden.
Laut Aussagen von Lazare Eloundou Assomo, Direktor des UNESCO-Welterbezentrums, gegenüber der AFP handelt es sich bei dieser Eintragung nicht um eine Sanktion. Ihr Hauptziel ist es, Finanzmittel und Partner für den Erhalt dieser Stätten zu gewinnen und gleichzeitig ein starkes Signal für deren kulturelle Bedeutung zu setzen. Weitere Stätten könnten ebenfalls in diese Liste aufgenommen werden, beispielsweise die antike Stadt Tyros im Libanon oder die antike Stadt Chersonesos Taurica auf der Krim, die seit der Annexion der Halbinsel durch Russland von illegalen Ausgrabungen und Baumaßnahmen betroffen ist.
Der Baikalsee und sein Klima stehen im Mittelpunkt der Bedenken.
Die Bedrohungen gehen nicht allein von Konflikten aus. Die UNESCO ist der Ansicht, dass der Baikalsee in Russland aufgrund von Verschmutzung, Tourismus, Wasserkraftprojekten flussaufwärts und Abholzung einer anhaltenden ökologischen Zerstörung ausgesetzt ist. Trotz mehrerer Warnungen an die russischen Behörden hält die Organisation die ergriffenen Maßnahmen für unzureichend, um diese Verschlechterung aufzuhalten.
Bereits im vergangenen Jahr warnte die UNESCO vor den zunehmenden Auswirkungen des Klimawandels und wies darauf hin, dass fast drei Viertel der Welterbestätten von wasserbedingten Risiken wie Dürren und Überschwemmungen betroffen seien. Neben diesen sensiblen Themen werden die 196 Mitgliedstaaten auch neue Nominierungen prüfen, darunter die Landungsstrände der Alliierten in der Normandie vom 6. Juni 1944, das tunesische Dorf Sidi Bou Said und zwei historische Theater im brasilianischen Amazonasgebiet.
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