Das Hyacinthe-Rigaud-Kunstmuseum in Perpignan präsentiert bis zum 31. Dezember eine große Retrospektive von Joan Mirós Werk mit Schwerpunkt auf seinen prägenden Jahren auf Mallorca. Die Ausstellung mit dem Titel „Joan Miró – Mallorca, das Atelier der Träume“ vereint fast einhundert Werke und beleuchtet die tiefgreifende künstlerische Wandlung des katalanischen Malers nach seinem Umzug auf die Baleareninsel im Jahr 1956. Die Veranstaltung ist Teil der Städtepartnerschaft zwischen Perpignan und Palma de Mallorca, die 2024 offiziell besiegelt wird, und wird von der Pilar-und-Joan-Miró-Stiftung, dem Hauptleihgeber der Ausstellung, unterstützt.
Der Wendepunkt Mallorcas
Mit 63 Jahren zog Joan Miró in ein von dem katalanischen Architekten Josep Lluís Sert entworfenes Atelier in den Hügeln oberhalb von Palma. Dieser Raum wurde zu einem wahren kreativen Labor, in dem der Künstler sein Werk hinterfragte. Er gab die Malerei für mehrere Jahre fast vollständig auf, um mit Radierung und Keramik zu experimentieren, und zerstörte in einem Akt der Selbstkritik sogar einige seiner früheren Gemälde.
Die Ausstellung zeichnet diese entscheidende Schaffensperiode anhand von Gemälden, Skulpturen, Zeichnungen, Lithografien und Keramiken nach und beleuchtet ein Werk, das sich hin zu größerer gestischer Freiheit, Schlichtheit und Experimentierfreude entwickelte. Sie zeigt auch, wie Mallorca für Miró zur Inspirationsquelle wurde und er dort seine künstlerische Sprache grundlegend erneuerte.
Ein Eintauchen in die letzten Jahrzehnte des Künstlers
Die Ausstellung erstreckt sich über fast 400 m² und zeichnet Mirós Entwicklung bis zu seinem Tod im Jahr 1983 nach. Sie beleuchtet sein wachsendes Interesse an Skulptur, Objektassemblagen, Großformaten, Grafiken und Mischtechniken und hebt dabei den Einfluss der japanischen Kalligrafie und des amerikanischen abstrakten Expressionismus auf seine späteren Werke hervor.
Das Museum hebt die internationale Dimension seines Werks hervor und betont gleichzeitig seine tiefe Verbundenheit mit der katalanischen Kultur. Diese Ausstellung eröffnet einen neuen Zyklus, der bedeutenden Künstlern des Mittelmeerraums gewidmet ist: Nach Picasso im Jahr 2025 steht in diesem Jahr Miró im Mittelpunkt, bevor 2027 eine Retrospektive zu Salvador Dalí folgt. Im Herbst wird dem Künstler zudem eine weitere Ausstellung gewidmet sein: „Joan Miró. Protest“, die ab dem 2. Oktober in Les Abattoirs in Toulouse zu sehen sein wird.
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