Die Generalsekretärin der Gewerkschaft CGT, Sophie Binet, forderte am Freitag die Aufnahme von Lohnverhandlungen in allen Unternehmen und Berufsfeldern, nur wenige Tage vor der für den 1. Juni geplanten automatischen Mindestlohnerhöhung (SMIC). In einem Interview mit dem Radiosender franceinfo bezeichnete die Gewerkschaftschefin die geplante Mindestlohnerhöhung von 2,4 Prozent, die monatlich etwa 44 Euro brutto mehr ausmacht, als unzureichend.
Sophie Binet prangert die seit über einem Jahrzehnt fehlende staatliche Unterstützung an und ist überzeugt, dass Millionen von Arbeitnehmern derzeit einen erheblichen Kaufkraftverlust erleiden. Sie erwähnt insbesondere Mindestlohnempfänger, die besonders stark von steigenden Lebensmittel-, Wohn- und Kraftstoffpreisen betroffen sind.
Die CGT will die Löhne wieder an die Inflation anpassen.
Die Gewerkschaftsvertreterin wirft den Arbeitgebern zudem vor, Lohnverhandlungen zu verweigern, obwohl in vielen Berufsfeldern immer noch tarifvertraglich vereinbarte Mindestlöhne unterhalb des nationalen Mindestlohns gelten. Ihrer Ansicht nach ist diese Situation rechtswidrig und zeugt von einer festgefahrenen Situation, die „unerträgliche“ Ausmaße angenommen hat.
Um dieser Situation zu begegnen, schlägt die CGT vor, alle Löhne an die Inflation und Änderungen des Mindestlohns anzupassen, ähnlich den Systemen in Belgien und Luxemburg. Sophie Binet argumentiert, dass ein vergleichbarer Mechanismus in Frankreich bis in die 1980er-Jahre existierte und eine, wie sie es nennt, „massive Abwärtsmobilität“ von Arbeitnehmern verhindern würde.
Diese Aussagen erfolgen vor dem Hintergrund einer gesellschaftlichen Situation, die von der Rückkehr der Inflation und wachsenden Spannungen im Zusammenhang mit Löhnen geprägt ist. Gewerkschaften fordern zunehmend höhere Lohnerhöhungen, während die Regierung gleichzeitig versucht, die öffentlichen Ausgaben und die Kosten für Unternehmen einzudämmen.
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