Der Wohnungsbau in Deutschland erreichte 2025 den niedrigsten Stand seit über einem Jahrzehnt. Steigende Baukosten und Zinssätze verschärften die Sorgen um die Wohnungskrise im Land.
Nach Angaben des Statistischen Bundesamtes sank die Zahl der im vergangenen Jahr fertiggestellten Wohneinheiten um 18 Prozent auf rund 206.600. Dies ist der niedrigste Stand seit 2012, nach zwei Jahren in Folge mit rückläufigen Zahlen.
Dieser Rückgang betrifft sowohl Einfamilienhäuser als auch Mehrfamilienhäuser und andere Wohnbauprojekte. Die Verlangsamung des Baugewerbes setzt die Bundesregierung zunehmend unter Druck, die Reformen zu beschleunigen und die Bauwirtschaft stärker zu fördern.
Für Ludwig Dorffmeister, einen Experten des Wirtschaftsforschungsinstituts Ifo, bestehen weiterhin viele Hindernisse: Hohe Kosten, strenge Regulierungen und erhebliche administrative Verzögerungen behindern nach wie vor neue Immobilienprojekte.
Die Ifo-Gruppe prognostiziert zudem einen weiteren Rückgang in diesem Jahr, wobei die Zahl der fertiggestellten Wohneinheiten möglicherweise auf 185.000 sinken könnte – ein Zeichen dafür, dass der Sektor noch immer Schwierigkeiten hat, wieder an Fahrt zu gewinnen.
Die deutsche Wohnungsbauministerin Verena Hubertz räumte ein, dass die Ergebnisse „schlecht“ seien, hob aber gleichzeitig einige Anzeichen für eine Verbesserung hervor. Sie merkte insbesondere an, dass die Baugenehmigungen wieder angezogen hätten und die öffentlichen Zuschüsse für den Bau von Sozialwohnungen Rekordwerte erreicht hätten.
Im März 2026 stiegen die Baugenehmigungen im Jahresvergleich um 11,5 %, wobei in diesem Monat rund 21.800 Einheiten genehmigt wurden. Dies wurde von den Behörden trotz der anhaltenden Krise auf dem deutschen Immobilienmarkt als ermutigender Indikator gewertet.
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