Das Parlament hat ein Gesetz verabschiedet, das die Mitverantwortung des Staates im Chlordecon-Skandal in Guadeloupe und Martinique anerkennt. Der Text wurde von den Abgeordneten einstimmig angenommen und stellt damit einen wichtigen symbolischen Schritt in einem Fall dar, der die französischen Antillen seit Jahrzehnten belastet.
Chlordecon wurde trotz bekannter Gesundheitswarnungen bis 1993 auf Bananenplantagen eingesetzt und hat zu einer anhaltenden Kontamination von Böden, Gewässern und der lokalen Bevölkerung geführt. Laut Gesundheitsdaten, die in Parlamentsdebatten zitiert wurden, weisen über 90 % der Erwachsenen in Guadeloupe und Martinique Spuren dieses Pestizids im Körper auf.
Eine symbolische, aber erwartete Anerkennung
Das vom guadeloupeanischen Abgeordneten Elie Califer eingebrachte Gesetz erkennt offiziell an, dass der Staat eine Mitverantwortung für die mit dieser Verschmutzung verbundenen gesundheitlichen, ökologischen und wirtschaftlichen Schäden trägt. Die vom Senat geänderte Endfassung des Textes behält jedoch den Begriff der „Mitverantwortung“ anstelle einer uneingeschränkten staatlichen Haftung bei.
Die Regierung begrüßte diesen Transparenzversuch, betonte aber gleichzeitig, dass die Frage der Wiedergutmachung und Entschädigung einen spezifischen Rechtsrahmen erfordert. Eine interministerielle Inspektionsmission wird in Kürze Guadeloupe und Martinique besuchen, um mögliche Sanierungs- und Aufräummaßnahmen zu bewerten.
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