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Xavier Dupont de Ligonnès: Der Bischof von Carcassonne kennt „Pater Marc“ nicht, der auf M6 behauptete, Ligonnès im Jahr 2022 die Beichte abgenommen zu haben.

Ein Mann, der sich als „Pater Marc“ ausgab, trat gestern Abend live im Fernsehsender M6 in einer Sendung zum Fall Xavier Dupont de Ligonnès auf. Er gab an, Xavier Dupont de Ligonnès 2022 in der Region Aude getroffen zu haben. Laut seiner Aussage hielt sich der mutmaßliche Flüchtige vier Tage lang in einem Kloster auf. Anschließend habe er um ein Geständnis gebeten und die Morde an seiner Frau und seinen vier Kindern gestanden.

Die Aussage wurde umgehend als potenziell entscheidendes Element in einem der aufsehenerregendsten Kriminalfälle Frankreichs präsentiert. Xavier Dupont de Ligonnès ist seit 2011 flüchtig, nachdem die Leichen seiner Frau und seiner Kinder in Nantes gefunden wurden.

Der Bischof von Carcassonne sagt, er wisse nicht, wer dieser Mann sei.

Heute Morgen äußerte sich Bruno Valentin, Bischof des Bistums Carcassonne und Narbonne, zu dieser Aussage. Er erklärte, er kenne die Identität des Mannes nicht, der unter dem Namen „Pater Marc“ auf der M6 erschienen sei. Der Bischof gab an, noch nie von diesem Vorfall gehört zu haben. Er präzisierte außerdem, dass ihn dieser Mann an keinen ihm bekannten Priester des Bistums erinnere.

Diese Aussage schwächt die am Vortag ausgestrahlte Aussage, die als beispiellos und potenziell entscheidend dargestellt wurde, erheblich ab. Zum jetzigen Zeitpunkt gibt es keinerlei Anhaltspunkte dafür, dass der Mann, der im Radio sprach, tatsächlich ein Priester ist oder dass er Xavier Dupont de Ligonnès persönlich getroffen hat.

M6 wird vorgeworfen, sich nicht mit der Diözese in Verbindung gesetzt zu haben.

Bruno Valentin kritisiert außerdem M6 dafür, ihn vor der Ausstrahlung dieser Aussage nicht kontaktiert zu haben.

Laut seiner Aussage hätte der Sender die Identität des Mannes, der sich als Priester ausgab, insbesondere beim zuständigen Bistum, überprüfen müssen. Der Bischof ist überzeugt, dass dieser Schritt es ermöglicht hätte, die Existenz einer religiösen Persönlichkeit mit diesem Profil schnell zu bestätigen oder zu widerlegen.

Eine Aussage mit weitreichenden Konsequenzen

Der Inhalt der Aussage ist besonders brisant. Der Mann behauptet, Xavier Dupont de Ligonnès habe ihm den Mord an seiner Frau und seinen vier Kindern gestanden.

Sollte sich eine solche Aussage bestätigen, wäre sie ein wichtiger Baustein der Ermittlungen. Doch derzeit stützt sie sich allein auf die Worte eines Mannes, dessen Identität und Status als Priester umstritten sind.

Die Ermittlungen sind noch nicht abgeschlossen, ein Flüchtiger ist weiterhin auf freiem Fuß.

Seit dem Fund der Leichen der Familie Dupont de Ligonnès im April 2011 haben die Ermittler ihre Suche fortgesetzt. Im Laufe der Jahre häuften sich die Berichte, sowohl in Frankreich als auch im Ausland, ohne dass der Hauptverdächtige identifiziert werden konnte. Die im Sender M6 ausgestrahlte Aussage hat dem Fall abrupt neues Aufsehen verschafft. Die Reaktion des Bischofs von Carcassonne wirft jedoch Zweifel an seiner Glaubwürdigkeit sowie an der Glaubwürdigkeit von M6 selbst auf, dessen Versuch, Publicity zu generieren, überraschend unprofessionell wirkte.