Nur wenige Tage vor Beginn der New York Fashion Week wurde endlich Anna Wintours Nachfolgerin an der Spitze der Vogue bekannt gegeben. Die 39-jährige französisch-amerikanische Frau Chloé Malle übernimmt die Leitung des einflussreichsten Modemagazins der Welt. Diese mit Spannung erwartete Ernennung markiert einen Generations- und Strategiewechsel für die Condé Nast-Gruppe.
Eine unerwartete, aber legitime Erbin
Chloé Malle, die Tochter des Filmemachers Louis Malle und der Schauspielerin Candice Bergen, wuchs in den USA und Frankreich auf, fernab der Modewelt, aber mit einer starken kulturellen Bindung. Als Absolventin der Brown University und Studentin an der Sorbonne begann sie ihre Karriere als Printjournalistin beim New York Observer, bevor sie für die New York Times und das Wall Street Journal arbeitete. 2011 wechselte sie zur Vogue, zunächst als Social-Media-Managerin – eine damals einzigartige Position –, bevor sie sich schrittweise in der Karriereleiter des Magazins hocharbeitete und als Co-Moderatorin des Podcasts und Leiterin der Website fungierte.
Dieser diskrete, aber konsequente Karriereweg machte sie letztlich zur logischen Favoritin für die Nachfolge von Anna Wintour. Ihr hybrides Profil – verwurzelt in digitalen, redaktionellen und neuen Formen des Storytellings – entspricht den aktuellen Ambitionen der Marke. Ihre offizielle Rolle als „Leiterin für redaktionelle Inhalte“ spiegelt diesen Wunsch nach Transformation hin zu einer integrierten Strategie wider, die Print, Digital, Video und Events kombiniert.
Eine Übergabe unter strenger Überwachung
Anna Wintour verlässt das Ruder jedoch nicht. Mit 75 Jahren wird die 1988-Jährige, die seit XNUMX die Vogue leitet, ihre internationalen Aufgaben als globale Redaktionsleiterin und Chefredakteurin von Condé Nast behalten. Hinter den Kulissen wird sie der Frau, die sie als „unersättliche und engagierte Journalistin“ beschreibt, weiterhin als Mentorin – und wahrscheinlich auch als Aufpasserin – zur Seite stehen, wie aus einer von der New York Times zitierten E-Mail hervorgeht.
Chloé Malle ihrerseits leugnet den imposanten Schatten ihrer Vorgängerin nicht. „Niemand wird Anna ersetzen“, sagte sie der amerikanischen Tageszeitung und betonte gleichzeitig, dass sie sich sehr freue, weiterhin mit ihr zusammenarbeiten zu können. Ihr Ziel ist klar: Vogue zu einer lebendigen „Content-Maschine“ zu machen, um es mit den Worten der Journalistin Lauren Sherman auszudrücken, indem sie mehr Events, partizipative Formate und Originalproduktionen in das Ökosystem der Marke integriert.
Hinter dem kraftvollen Symbol dieses femininen, französisch-amerikanischen Übergangs verbirgt sich eine tiefere Transformation: die eines führenden Medienunternehmens, das im Zeitalter von Influencern und künstlicher Intelligenz an der Spitze des Fashion-Storytellings bleiben muss. Chloé Malle verkörpert dieses neue Kapitel. Nun liegt es an ihr, es zu schreiben.