Athanor-Prozess: Bis zu 30 Jahre Haft für die Drahtzieher der kriminellen Organisation
Athanor-Prozess: Bis zu 30 Jahre Haft für die Drahtzieher der kriminellen Organisation

Das eigens eingerichtete Schwurgericht in Paris verkündete am Freitag sein Urteil im Fall Athanor, einer weitverzweigten kriminellen Organisation, die ihren Ursprung in einer Freimaurerloge im Département Hauts-de-Seine hatte. Siebzehn der zweiundzwanzig Angeklagten wurden zu Haftstrafen zwischen sechs Monaten auf Bewährung und 30 Jahren verurteilt, fünf wurden freigesprochen.

Die Haupttäter wurden mit hohen Strafen belegt.

Die härtesten Strafen wurden gegen die drei zentralen Figuren des Netzwerks verhängt. Daniel Beaulieu, ein ehemaliger hochrangiger Beamter des Inlandsgeheimdienstes, wurde zu 30 Jahren Haft verurteilt. Frédéric Vaglio, der als Anwerber und Verhandlungsführer der kriminellen Aufträge galt, erhielt eine Haftstrafe von 25 Jahren. Ihr Hauptvollstrecker, Sébastien Leroy, wurde zu 27 Jahren Haft verurteilt.

Im Verlauf eines dreimonatigen Prozesses untersuchten die Richter die Aktivitäten dieser Organisation, die in Erpressungsaufträge, Körperverletzungen und einen Mord, darunter den an dem Rennfahrer Laurent Pasquali, verwickelt war. Dylan Bilheude, der von der Anklage als mutmaßlicher Schütze präsentiert wurde, wurde schließlich mangels Beweisen freigesprochen, ebenso wie vier weitere Angeklagte.

Mit diesem Urteil ist einer der komplexesten Strafprozesse der letzten Jahre in erster Instanz abgeschlossen. Die Verurteilten haben nun zehn Tage Zeit, Berufung einzulegen.

Anmerkung: Der Fall Athanor nahm seinen Ursprung in einer Freimaurerloge im Département Hauts-de-Seine, wo sich zwischen 2016 und 2020 schrittweise eine kriminelle Organisation formierte. Laut Anklage rekrutierte diese Zelle ehemalige Mitglieder der Geheimdienste und Sicherheitskräfte für Einschüchterungs-, Körperverletzungs- und Auftragsmorde. Sie wurde im Juli 2020 nach der Festnahme zweier DGSE-Agenten bei einer Observation in der Nähe des Hauses eines mutmaßlichen Opfers zerschlagen.

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