Nord Stream: Die Ukraine bestreitet jegliche Beteiligung an den Explosionen und schlägt eine gemeinsame Untersuchung mit Deutschland vor.
Nord Stream: Die Ukraine bestreitet jegliche Beteiligung an den Explosionen und schlägt eine gemeinsame Untersuchung mit Deutschland vor.

Der ukrainische Generalstaatsanwalt erklärte am Donnerstag, dass die bisher gesammelten Beweise Kiew nicht mit den Explosionen in Verbindung bringen, die 2022 die Nord-Stream-Gaspipelines zerstörten. Die ukrainischen Behörden schlugen außerdem die Bildung eines gemeinsamen Ermittlungsteams mit Deutschland vor, das Akteure mit Verbindungen zum ukrainischen Staat verdächtigt, hinter der Operation zu stecken.

Die Explosionen in der Ostsee im September 2022 beschädigten Nord Stream 1, eine wichtige Pipeline für russische Gasexporte nach Europa, sowie Nord Stream 2, die noch nicht in Betrieb war, schwer. Die Sabotageakte ereigneten sich wenige Monate nach Beginn des russischen Einmarsches in die Ukraine.

In einer Erklärung teilte die ukrainische Generalstaatsanwaltschaft mit, dass die bisherigen Ermittlungen „keine Beweise“ dafür erbracht hätten, dass die Ukraine, ihre offiziellen Institutionen oder Beamte an den Explosionen beteiligt gewesen seien oder im Namen des ukrainischen Staates Befehle im Zusammenhang mit dieser Operation erteilt hätten.

Die ukrainischen Behörden räumten jedoch ein, dass die Ermittlungen noch andauern und weiterhin neue Beweise gesammelt und analysiert würden. Kiew bot Berlin die Zusammenarbeit in einer gemeinsamen Task Force an, um den Informationsaustausch zwischen den beiden Ländern zu erleichtern.

Diese Reaktion erfolgte, nachdem die deutsche Bundesanwaltschaft vergangene Woche einen ehemaligen ukrainischen Armeeoffizier, Serhii K., wegen seiner mutmaßlichen Beteiligung an der Planung der Explosionen angeklagt hatte. Deutsche Ermittler werfen ihm vor, gemeinsam mit anderen Militärangehörigen im Auftrag nicht näher genannter ukrainischer Staatsakteure die Operation geplant und ausgeführt zu haben.

Serhii K., der im August in Italien festgenommen und im November nach Deutschland überstellt wurde, bestreitet die gegen ihn erhobenen Vorwürfe. Laut deutscher Staatsanwaltschaft zielte die Operation darauf ab, die russischen Gaslieferungen nach Europa zu unterbrechen und Moskaus finanzielle Mittel für den Krieg einzuschränken.

Die Nord-Stream-Affäre zählt nach wie vor zu den bedeutendsten Sabotageakten der letzten Jahre in Europa und wird weiterhin in mehreren Ländern untersucht, wobei die genauen Verantwortlichen für die Explosionen weiterhin umstritten sind.

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