Die Hitzewelle in Frankreich hat ein neues Ausmaß erreicht. Für Freitag, den 10. Juli, gilt in neun Départements die höchste Warnstufe (Rot) wegen extremer Hitze: Ille-et-Vilaine, Loire-Atlantique, Maine-et-Loire, Mayenne, Morbihan, Sarthe, Deux-Sèvres, Vendée und Vienne. Die höchste Warnstufe bedeutet absolute Wachsamkeit aufgrund extrem gefährlicher Wetterphänomene und Sicherheitsanweisungen, die unbedingt befolgt werden müssen.
In der Region um dieses Gebiet, das unter die höchste Alarmstufe gestellt wurde, gilt am Freitag in 76 weiteren Departements die orangefarbene Alarmstufe. Fast das gesamte Land ist somit weiterhin von der Hitzewelle betroffen, die ein hohes Gesundheitsrisiko birgt, selbst für gesunde Menschen, insbesondere bei körperlicher Anstrengung, Arbeit im Freien oder längerem Aufenthalt in der Sonne.
Temperaturen nahe oder über 40°C
Am Freitag hält die Hitzewelle in weiten Teilen des Landes an. Die Temperaturen steigen in vielen Regionen und erreichen von Poitou-Charentes über Pays de la Loire bis Centre-Val de Loire fast 39 bis 40 °C. In Paris werden Höchstwerte von 37 °C erwartet. Rund um das Mittelmeer bringt die Meeresluft kühlere Temperaturen, insbesondere in der Nähe des Golfs von Lion. In Perpignan sinken die Temperaturen im Vergleich zu den vorherigen 40 °C deutlich.
Diese Hitzewelle folgt auf einen ohnehin schon sehr anstrengenden Mittwoch. Im Süden des Landes wurden extrem hohe Temperaturen gemessen: 43,0 °C in Moules-et-Baucels im Département Hérault, 40,8 °C in Montpellier, 40,8 °C in Istres und 40,7 °C in Perpignan. Auch die Nacht von Mittwoch auf Donnerstag war außergewöhnlich heiß, mit Tiefstwerten von 30,0 °C in Cap Béar, 27,0 °C in Nîmes und 26,6 °C in Avignon.
Die Hitzewelle wird voraussichtlich mindestens bis zum 14. Juli andauern.
Ein Temperatursturz ist nicht unmittelbar zu erwarten. Am Samstag bleibt es in Westburgund, Île-de-France, Poitou-Charentes, Pays de la Loire, Centre-Val de Loire, West-Aquitanien und der südlichen Bretagne sehr heiß, mit Temperaturen von oft 37 bis 39 °C. Am Sonntag wird ein weiterer Temperaturanstieg vorhergesagt, mit Werten von 40 °C oder mehr in Nouvelle-Aquitaine und der Vendée sowie über 35 °C in weiten Teilen des Landes.
Die Hitzewelle wird voraussichtlich mindestens bis Dienstag, den 14. Juli, anhalten. Ein allmählicher Temperaturrückgang könnte dann von Westen her eintreten, dessen Zeitpunkt und Ausmaß jedoch noch ungewiss sind.
Dürre, Brände und Gesundheitsrisiken werden überwacht
Die Hitze verschärft die bereits in Frankreich und Korsika herrschende, weit verbreitete Dürre. Die Böden sind seit Ende Mai aufgrund ausbleibender Niederschläge und sehr hoher Temperaturen extrem ausgetrocknet. Anfang Juli sind sie sogar trockener als zum gleichen Zeitpunkt in den Jahren 2022 oder 2025 und nähern sich Rekordwerten.
Infolgedessen bleibt die Waldbrandgefahr in weiten Teilen des Landes hoch bis sehr hoch. Die Behörden rufen die Bevölkerung dringend dazu auf, sich während der heißesten Stunden möglichst wenig im Freien aufzuhalten, viel zu trinken, tagsüber Fenster und Rollläden geschlossen zu halten, nachts zu lüften und nach älteren, isolierten oder gefährdeten Personen zu sehen. Unabhängig von der Warnstufe (Rot oder Orange) betrifft die Hitze die gesamte Bevölkerung.