Die Ankündigung des Börsengangs von SpaceX, dem Raumfahrtunternehmen von Elon Musk, löste am Donnerstag einen starken Anstieg der Aktien des Raumfahrtsektors in Europa aus, da die Anleger eine massive Neubewertung der gesamten Satelliten- und Raumfahrttechnologiebranche erwarteten.
Der französische Konzern Eutelsat legte um 20 % zu, während der deutsche Hersteller OHB um 15 % stieg und damit den höchsten Stand seit über einem Jahr erreichte. Auch der luxemburgische Betreiber SES verzeichnete einen Kursanstieg von 3,7 %. Dieser Aufschwung erfolgte, nachdem SpaceX offiziell einen Antrag auf Börsengang in den USA eingereicht hatte.
Sollte die erwartete Bewertung erreicht werden, könnte der Börsengang der erste US-Börsengang mit einem Volumen von über einer Billion US-Dollar werden. Diese Aussicht beflügelt die Marktbegeisterung für den gesamten Raumfahrtsektor, der als einer der wichtigsten Treiber des technologischen Wachstums in den kommenden Jahrzehnten gilt.
Marco Fuchs, CEO von OHB, ist überzeugt, dass der Börsengang dem gesamten Markt zugutekommen wird und wies Befürchtungen einer massiven Umleitung europäischen Kapitals in die USA zurück. Er argumentiert, dass der Börsengang von SpaceX das immense Wachstumspotenzial der globalen Raumfahrtindustrie vielmehr bestätigt.
„Wir stehen kurz vor einem wahren Weltraumboom“, sagte der Manager gegenüber Reuters und erklärte, die Wachstumsprognosen von SpaceX deckten sich mit den Prognosen seines eigenen Unternehmens. Diese positive Entwicklung setzt eine besonders erfolgreiche Woche für europäische Raumfahrtunternehmen fort, von denen einige einen Anstieg ihres Börsenwerts um fast ein Drittel verzeichneten.
Finanzanalysten gehen davon aus, dass der Börsengang von SpaceX als Maßstab für die Neubewertung europäischer Satellitenunternehmen dienen könnte, die traditionell deutlich niedriger bewertet wurden als große amerikanische Technologiekonzerne. Stéphane Beyazian, Analyst bei ODDO BHF, ist überzeugt, dass die Bewertungskennzahlen von SpaceX deutlich höher ausfallen werden als die von Eutelsat oder SES.
Nach einem schwierigen Jahr 2025, das von Sorgen um die Konkurrenz durch Satellitenkonstellationen in niedriger Erdumlaufbahn und dem Risiko von Marktüberkapazitäten geprägt war, gewinnt der europäische Sektor wieder an Dynamik. Investoren scheinen nun auf eine neue Wachstumsphase der Raumfahrtwirtschaft zu setzen, die durch den Aufstieg privater Projekte und den Ausbau der globalen Satelliteninfrastruktur angetrieben wird.
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