Die USA planen die Errichtung eines Wartungszentrums für die PAC-3-Luftverteidigungsraketen von Lockheed Martin in Europa, wie ein hochrangiger US-Verteidigungsbeamter am Dienstag bekannt gab. Washington schließt zudem nicht aus, diese Raketen auch außerhalb der USA zu produzieren.
Bei einer Veranstaltung der Verteidigungsindustrie am Rande des NATO-Gipfels in Ankara stellte der US-Unterstaatssekretär für Verteidigung, Michael Duffey, klar, dass das europäische Land, das diese Einrichtung beherbergen wird, noch nicht ausgewählt sei.
Deutschland, die Niederlande, Polen und Schweden beteiligen sich gemeinsam mit Lockheed Martin, dem Hersteller der PAC-3-Raketen für die Patriot-Luftverteidigungssysteme, an den Gesprächen zu diesem Projekt. Diese Waffensysteme sind besonders begehrt, vor allem bei der Ukraine, die auf sie angewiesen ist, um ihre Verteidigung gegen russische Luftangriffe zu stärken.
Laut Michael Duffey zielt die Einrichtung dieses Zentrums darauf ab, die Verfügbarkeit von Raketen zu verbessern, Reparaturzeiten zu verkürzen und die Einsatzfähigkeit der gesamten Atlantischen Allianz zu stärken. PAC-3-Raketen benötigen in der Tat regelmäßige Wartung, um voll einsatzfähig zu bleiben.
Auf die Frage nach der Möglichkeit einer Fertigung des PAC-3 außerhalb der Vereinigten Staaten erklärte der amerikanische Beamte, diese Option sei nicht ausgeschlossen. „Wir schließen eine Produktion jenseits der amerikanischen Grenzen absolut nicht aus“, erklärte er und öffnete damit die Tür für eine breitere industrielle Zusammenarbeit mit europäischen Verbündeten.
Diese Initiative ist Teil umfassenderer Bemühungen zur Stärkung der europäischen Militärkapazitäten als Reaktion auf sich wandelnde Sicherheitsbedrohungen. Bereits 2024 hatten Deutschland, die Niederlande und Spanien mit der Unterzeichnung eines 5,1 Milliarden Euro schweren Vertrags über die Beschaffung von bis zu 1.000 PAC-2-Raketen – einer weniger fortschrittlichen Version der PAC-3 – den Grundstein für die erste europäische Produktion von Patriot-Systemen gelegt.
Parallel dazu verhandeln mehrere europäische Länder mit Washington über eine Koproduktion der Luft-Luft-Rakete AIM-120 AMRAAM – ein weiterer Schritt in der industriellen Annäherung zwischen den Vereinigten Staaten und ihren NATO-Verbündeten.
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