Die südafrikanische Polizei erklärte am Dienstag, der Tod eines nigerianischen Staatsbürgers in Polizeigewahrsam Ende letzten Monats stehe nicht im Zusammenhang mit der Welle der Gewalt gegen Migranten im Land. Die Behörden betonen, der Mann sei nach seiner Festnahme wegen mutmaßlichen Drogenbesitzes zusammengebrochen und gestorben.
Das nigerianische Außenministerium gab am Sonntag bekannt, dass der Mann während eines Verhörs durch die südafrikanische Polizei ums Leben kam, zwei Tage vor landesweiten Protesten gegen Migranten ohne gültige Papiere. Abuja hatte zuvor mögliche Maßnahmen für den Fall weiterer Angriffe auf nigerianische Staatsbürger angekündigt.
In einer Stellungnahme wies ein Sprecher der südafrikanischen Polizei jeglichen Zusammenhang zwischen dem Tod und den Protesten gegen Einwanderung kategorisch zurück. Laut dem Sprecher wurde der Nigerianer von einer Spezialeinheit der Drogenfahndung im Rahmen einer auf Geheimdienstinformationen basierenden Operation in seinem Haus festgenommen.
Die Polizei gab bekannt, dass am Tatort illegale Substanzen gefunden wurden und der Mann in der Polizeiwache von Pretoria zusammenbrach. Rettungskräfte wurden gerufen, konnten aber nur noch seinen Tod feststellen. Eine unabhängige Kontrollbehörde für die Strafverfolgung wurde eingeschaltet und wird die Umstände seines Todes untersuchen.
Das südafrikanische Außenministerium erklärte, die nigerianische Regierung müsse alle ihr vorliegenden Beweise in dieser Angelegenheit vorlegen. Es äußerte sich jedoch nicht direkt zu den von den nigerianischen Behörden erhobenen Vorwürfen.
In den letzten Wochen hat sich die Lage in Südafrika aufgrund der Einwanderungsproblematik verschärft. Während die Proteste gegen Migranten größtenteils friedlich verliefen, kam es vereinzelt zu Gewalt, bei der Ausländer angegriffen und Geschäfte von Migranten geplündert wurden.
Menschenrechtsorganisationen prangern regelmäßig an, dass Ausländer in Südafrika ins Visier genommen und als Sündenböcke für anhaltende soziale Probleme wie Kriminalität und Arbeitslosigkeit missbraucht werden.
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