Auf Einladung von Kronprinz Mohammed bin Salman trafen sich die türkischen und pakistanischen Staatschefs am Freitag in Dschidda und unterzeichneten vor dem Hintergrund des Krieges im Nahen Osten und der Spannungen um die Straße von Hormus einen kollektiven Verteidigungspakt mit Saudi-Arabien, der als „Gemeinsames Verteidigungsabkommen von Mekka“ bezeichnet wird.
Der türkische Präsident Recep Tayyip Erdoğan und der pakistanische Premierminister Shehbaz Sharif reisten zu diesem trilateralen Gipfeltreffen der drei sunnitischen Länder nach Dschidda. Das vom saudischen Sender al-Arabiya verkündete und von Islamabad bestätigte Abkommen legt ein explizites Prinzip der militärischen Solidarität fest: „Jeder bewaffnete Angriff gegen einen der drei Staaten wird als Angriff gegen alle drei betrachtet“, erklärte Pakistan.
Die Annäherung zwischen Riad, Ankara und Islamabad hat sich in einem besonders angespannten regionalen Kontext beschleunigt. Eine dem saudischen Militär nahestehende Quelle, die anonym bleiben wollte, verriet: „Das Thema wird schon lange diskutiert, aber die jüngsten Entwicklungen in der Region haben das Tempo beschleunigt.“ Der Gipfel findet mehr als fünf Monate nach Beginn der US-israelischen Offensive gegen den Iran statt.
Das Treffen findet vor dem Hintergrund widersprüchlicher Signale bezüglich der Straße von Hormus statt. Iran hat gemeinsam mit Oman vorgeschlagen, Schiffen, die als feindlich eingestuft werden, die Durchfahrt durch die Straße zu verweigern und Zuwiderhandlungen mit hohen Geldstrafen zu belegen. Diese Aussicht belastete die Ölmärkte: Brent-Rohöl verteuerte sich um 1,2 % auf 83,48 US-Dollar pro Barrel, während West Texas Intermediate um 0,85 US-Dollar auf 78,84 US-Dollar zulegte. Ein diplomatischer Durchbruch zwischen Teheran und Washington ist nicht in Sicht.
Das benachbarte Jemen gerät gleichzeitig in eine neue Spirale der Gewalt. Angriffe der Huthi-Rebellen trafen ein Militärlager in der Provinz Marib und mehrere Ziele in der Provinz Hadramaut nahe der saudischen Grenze. Ein Militärsprecher berichtete von 58 Toten und Dutzenden Verletzten und bezeichnete die Angriffe als die blutigsten seit dem Waffenstillstand von 2022. Zwei weitere Zivilisten wurden später am Tag bei einem separaten Angriff der Huthi getötet.
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