Vier Frauen, die Mohammed Al-Fayed der sexuellen Nötigung beschuldigen, wurden vom britischen Innenministerium offiziell als Opfer von Menschenhandel anerkannt. Die zwischen Mai und Juli ergangenen Entscheidungen betreffen mutmaßliche Straftaten, die zwischen den 1990er und 2010er Jahren im Vereinigten Königreich und mehreren anderen Ländern begangen wurden.
Unter den Pseudonymen Isabella, Justine, Elizabeth und Margo geben sie an, einem System der Ausbeutung ausgesetzt gewesen zu sein, das über die individuellen Handlungen des ehemaligen Harrods-Besitzers hinausging. Eine von ihnen beschuldigt das Arbeitsumfeld des Londoner Kaufhauses, dem Geschäftsmann den Zugang zu jungen Mitarbeiterinnen ermöglicht und diese anschließend zum Schweigen gebracht zu haben.
Die Rolle möglicher Komplizen steht nun im Mittelpunkt der Ermittlungen.
Seit der Ausstrahlung einer BBC-Dokumentation im September 2024 haben sich 157 Personen an die britische Polizei gewandt, um Vergewaltigungen, sexuelle Übergriffe oder sexuelle Ausbeutung anzuzeigen, die Mohammed Al-Fayed zugeschrieben werden. Der ehemalige ägyptische Geschäftsmann, der 2023 im Alter von über 90 Jahren starb, wurde zu Lebzeiten nie strafrechtlich verfolgt und kann für diese Anschuldigungen nicht mehr zur Rechenschaft gezogen werden.
Die Ermittlungen konzentrieren sich daher auf diejenigen, die die Ereignisse möglicherweise ermöglicht oder vertuscht haben. Sechs Verdächtige wurden vernommen, bisher gab es jedoch keine Festnahmen. Mehrere Kläger kritisieren die britischen Behörden, weil sie diesen kollektiven Aspekt des Falles nicht ausreichend berücksichtigt haben. Auch in Frankreich laufen Ermittlungen gegen Mohammed Al-Fayed und seinen Bruder Salah, während ehemalige Harrods-Mitarbeiter nun Entschädigung fordern.
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