Die mexikanische Regierung kündigte am Donnerstag an, in den USA Strafanzeige zu erstatten, nachdem mehrere mexikanische Staatsangehörige in Migrantenhaftanstalten oder bei Einsätzen der US-Einwanderungsbehörden ums Leben gekommen waren. Diese Entscheidung markiert eine Verschärfung der Haltung Mexiko-Stadts gegenüber Washington angesichts der zunehmend angespannten bilateralen Beziehungen.
Die mexikanische Präsidentin Claudia Sheinbaum erklärte, dass 14 mexikanische Staatsbürger in der Obhut der Einwanderungs- und Zollbehörde (ICE) ums Leben gekommen seien, während drei weitere bei Festnahmeeinsätzen der Behörde getötet wurden. Sie fügte hinzu, dass die Klagen darauf abzielten, die strafrechtliche Verantwortung derjenigen festzustellen, die des Mordes oder von Menschenrechtsverletzungen verdächtigt werden.
Diese Ankündigung erfolgt zwei Tage nach dem Tod von Lorenzo Salgado Araujo, einem 52-jährigen Mexikaner, der sich seit fast 30 Jahren illegal in den Vereinigten Staaten aufhielt. Er wurde am Dienstag in Houston, Texas, von einem ICE-Beamten erschossen. Sein Tod löste Proteste in der Stadt aus und erhöht die Zahl der Menschen, die seit der Wiederaufnahme des regulären Einwanderungsgesetzes bei Schusswaffeneinsätzen getötet wurden, auf mindestens sechs. Donald Trump bis zur Präsidentschaft im Januar 2025 und dem Beginn seiner Politik der Massenausweisungen.
„Wir dürfen die Todesfälle von Mexikanern nicht ignorieren“, sagte Claudia Sheinbaum auf ihrer täglichen Pressekonferenz. Die Präsidentin versicherte, ihre Regierung werde weiterhin alle bedürftigen mexikanischen Staatsbürger unterstützen, „insbesondere diejenigen, deren einziges Verbrechen darin besteht, ehrlich in den Vereinigten Staaten zu arbeiten“.
Auf Anfrage von Reuters erklärte das US-Heimatschutzministerium, dass unter der Trump-Regierung kein Anstieg der Sterblichkeitsrate unter Inhaftierten beobachtet worden sei. Das Ministerium versicherte, dass inhaftierte Migranten ein faires Verfahren, medizinische Versorgung, Zugang zu Nahrung und Wasser sowie die Möglichkeit zur Kommunikation mit ihren Familien und Anwälten erhielten. Das US-Justizministerium hatte zum Zeitpunkt der Veröffentlichung noch nicht geantwortet.
Laut dem mexikanischen Außenminister Roberto Velasco erfolgte diese Klage nach mehreren erfolglosen diplomatischen Bemühungen. Mexiko ist nun der Ansicht, dass ein Rechtsweg notwendig sei, um Aufklärung über diese Todesfälle zu erhalten und die mutmaßlich Verantwortlichen zur Rechenschaft zu ziehen.
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