Sechs jahrhundertealte Medinas auf den Komoren, Zeugen der Suaheli-Architektur und der alten Sultanate des Archipels im Indischen Ozean, wurden am Samstag während der Sitzung des Welterbekomitees in Busan, Südkorea, in die UNESCO-Welterbeliste aufgenommen.
Stadtstaaten entstanden entlang von Handelsrouten
Diese Städte, von denen einige bereits im 12. Jahrhundert erbaut wurden, umfassen Wehrmauern, Paläste, Moscheen und öffentliche Plätze, die alle in ein Netz enger Gassen eingebettet sind. Laut dem UNESCO-Welterbekomitee veranschaulichen diese Stätten urbane Formen und architektonische Ausdrucksformen der Inseln, die aus dem kulturellen Austausch im Zusammenhang mit Migrationen und Handelsnetzwerken im Indischen Ozean hervorgegangen sind.
In der Medina von Moroni, der Hauptstadt der Komoren, steht die emblematische Freitagsmoschee, erkennbar an ihrem grünen Minarett, das den Dhau-Hafen überblickt und von gepflasterten Gassen und mehrstöckigen Häusern umgeben ist, die manchmal mit schweren, skulpturalen Türen verziert sind.
Eine Rangliste, die als Ausgangspunkt gedacht ist
Der komorische Kulturminister Saïd Mohamed Ali Saïd, der als Teil der Regierungsdelegation in Busan anwesend war, begrüßte die Auszeichnung und erklärte, sie sei kein Selbstzweck, sondern ein Ausgangspunkt für den Erhalt dieser Stätten. Die Generaldirektorin des Nationalen Amtes zur Förderung des Kulturerbes, Ania Mohamed Issa, bedauerte ihrerseits, dass unkontrollierte Urbanisierung und Modernisierung bereits Teile dieser historischen Medinas verändert hätten.
Diese Inschrift, für die sich die komorischen Behörden mit Unterstützung Frankreichs und mehrerer Fachorganisationen jahrelang eingesetzt haben, dürfte nun die Mobilisierung internationaler Mittel für die Restaurierung dieses fragilen architektonischen Erbes erleichtern.
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