Sie fahren zwar keine Fahrdienste oder liefern Essen aus, aber ihre Arbeit ist für das Funktionieren vieler KI-Systeme unerlässlich geworden. Diese sogenannten Mikroarbeiter erledigen aus der Ferne eine Vielzahl digitaler Aufgaben: Sie identifizieren Objekte auf Fotos, transkribieren Aufnahmen, überprüfen Informationen, klassifizieren Daten und moderieren Inhalte. Diese Aufgaben, die oft am PC ausgeführt werden, tragen zur Verbesserung von Suchmaschinen, Sprachassistenten, Übersetzungssoftware und Bilderkennungssystemen bei.
Eine im Rahmen des DiPLab-Projekts in Frankreich durchgeführte Studie schätzte die Zahl der besonders aktiven Mikro-Arbeiter auf fast 15.000, zusätzlich zu über 50.000 regelmäßigen Nutzern und mehreren Hunderttausend Personen, die diese Art von Tätigkeit bereits gelegentlich ausgeübt hatten. Diese Daten vermitteln einen Eindruck vom Ausmaß des Phänomens, auch wenn diese Arbeitskräfte weiterhin schwer zu quantifizieren sind. Ein Großteil derjenigen, die diese Plattformen nutzen, um ihr Einkommen aufzubessern, ihr Studium zu finanzieren oder Phasen der Arbeitslosigkeit zu überbrücken.
Eine unverzichtbare, aber schlecht geschützte Belegschaft
Das System basiert auf Plattformen, die große Projekte in Tausende von sehr kleinen Aufgaben unterteilen, die mitunter nur wenige Cent einbringen. Durch die Sammlung dieser Aufgaben erhalten Unternehmen die annotierten Daten, die sie zum Trainieren ihrer Algorithmen benötigen. Hinter der scheinbaren Automatisierung künstlicher Intelligenz stehen daher oft Menschen, die damit beauftragt sind, Informationen zu korrigieren, zu sortieren und zu interpretieren, die Maschinen noch nicht selbstständig verarbeiten können.
Diese Tätigkeit ist jedoch weiterhin durch unregelmäßiges Einkommen, schwache soziale Absicherung und erhebliche Intransparenz hinsichtlich der Verwendung der geleisteten Arbeit gekennzeichnet. Bestimmte Aufgaben können die Beschäftigten zudem gewalttätigen Bildern oder schwierigen Inhalten aussetzen, insbesondere im Bereich der Inhaltsmoderation. Mit der Weiterentwicklung künstlicher Intelligenz gewinnt die Frage nach Status, Vergütung und Rechten dieser oft unsichtbaren Arbeitskräfte zunehmend an gesellschaftlicher Bedeutung.
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