Krankenhausfinanzen: Das öffentliche Defizit erreicht 2024 mit 2,9 Milliarden Euro einen Rekordwert.
Krankenhausfinanzen: Das öffentliche Defizit erreicht 2024 mit 2,9 Milliarden Euro einen Rekordwert.

Die Finanzlage öffentlicher und privater Krankenhäuser verschlechterte sich 2024 weiter, wie aus Zahlen des statistischen Amtes der Sozialministerien hervorgeht. Das kumulierte Defizit im öffentlichen Sektor erreichte 2,9 Milliarden Euro, ein Anstieg um 0,5 Milliarden Euro gegenüber den 2,4 Milliarden Euro im Jahr 2023. Das negative Nettoergebnis von 2,7 % im Verhältnis zu den Einnahmen hatte seit 2005, dem Beginn der verfügbaren statistischen Daten, keinen vergleichbaren Wert mehr erreicht. Sieben von zehn öffentlichen Krankenhäusern wiesen ein Defizit auf.

Dieser weitere Rückgang ist vor allem auf die Verschlechterung des Betriebsgewinns zurückzuführen, der mit 2,1 % des Umsatzes einen beispiellosen Tiefstand erreicht hat. Auch die Investitionstätigkeit hat sich verlangsamt: Sie sank auf 5,1 % des Umsatzes gegenüber 5,4 % im Jahr 2023 und liegt damit weiterhin unter den Abschreibungen von 6,1 % des Umsatzes. Dies bedeutet, dass die Institute die Abschreibung ihrer Immobilien und Sachanlagen nicht mehr ausgleichen können.

Ein Privatsektor, der sich nicht so gut behauptet, wie es scheint.

Privatkliniken bieten ein scheinbar weniger alarmierendes Bild mit einem kumulierten Nettogewinn von 194 Millionen Euro, was 1 % des Umsatzes entspricht. Dieser Wert liegt jedoch deutlich unter den 331 Millionen Euro aus dem Jahr 2023. Der Anteil verlustbringender Privatkliniken ist auf 36 % gestiegen (Vorjahr: 33 %), und die Verschuldungsquote hat nun 21 % erreicht (2023: 19 %). Darüber hinaus weisen die Ergebnisse des Privatsektors erhebliche Unterschiede zwischen den verschiedenen Fachbereichen auf: Die Psychiatrie erzielt eine mehr als elfmal höhere Rentabilität als medizinische, chirurgische und geburtshilfliche Einrichtungen.

Die ausstehenden Schulden der öffentlichen Krankenhäuser sind das dritte Jahr in Folge auf 30 Milliarden Euro gesunken, was 27,8 % der Einnahmen entspricht. Dieses positive Signal bleibt jedoch ein Einzelfall in einem insgesamt besorgniserregenden Bild: Das Anlagevermögen dieser Einrichtungen schrumpft trotz der Finanzierung durch den Ségur de la Santé (eine bedeutende Gesundheitsreforminitiative). Dies deutet darauf hin, dass die staatlichen Unterstützungsmaßnahmen zwar die Verschuldung eindämmen, aber den tiefgreifenden Verfall der finanziellen Stabilität der Krankenhäuser nicht aufhalten können.

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