MENSCHEN Kino

Adam Pearson spielt „Elephant Man“: eine symbolträchtige Rolle für den aktivistischen Schauspieler

Adam Pearson spielt „Elephant Man“: eine symbolträchtige Rolle für den aktivistischen Schauspieler
Adam Pearson spielt „Elephant Man“: eine symbolträchtige Rolle für den aktivistischen Schauspieler

Adam Pearson, der an Neurofibromatose leidet, ist der erste behinderte Schauspieler, der Joseph Merrick auf der Leinwand spielt. Eine starke Inkarnation, sowohl persönlich als auch politisch.

Ein halbes Jahrhundert nach David Lynchs Kultadaption erlebt „Der Elefantenmensch“ eine neue Verfilmung. Die Hauptrolle in dem Film, dessen Dreharbeiten im Frühjahr 2026 beginnen sollen, spielt Adam Pearson, ein britischer Schauspieler und Aktivist, der mit Neurofibromatose lebt. Dies ist eine Premiere: Noch nie zuvor hat ein Schauspieler, der mit einer körperlichen Behinderung wie Joseph Merrick lebt, diese Rolle gespielt.

Eine persönliche und militante Resonanz

Die Wahl von Adam Pearson ist nicht unbedeutend. Er ist bekannt für seine Arbeit in „Under the Skin“ (2013) und in jüngerer Zeit in „A Different Man“ und setzt sich seit Jahren für eine bessere Repräsentation von Menschen mit Behinderungen in den Medien ein. In einem Statement gegenüber Variety gestand der Schauspieler, dass er eine „lange und komplexe Beziehung“ zu Joseph Merrick hatte, der den Spitznamen „Elefantenmensch“ trägt und dessen Andenken er nun verkörpern wird: „Es war eine kathartische Reise, die es mir ermöglichte, Respekt vor einem Mann zu lernen, an den ich als Kind nicht einmal gedacht habe.“

In seiner Jugend wurde Pearson aufgrund seiner Krankheit verspottet, heute nutzt er sein Aussehen, um seine Meinung zu äußern. „Ich kann mir keine größere Verantwortung vorstellen, als die wahre Geschichte von Joseph Carey Merrick zu erzählen“, sagte er und machte die Rolle sowohl zu einem Akt der Wiedergutmachung als auch zu einer Hommage.

Eine Familienadaption, die dem ursprünglichen Geist treu bleibt

Das Projekt basiert auf dem 1977 erschienenen Theaterstück „The Elephant Man“ von Bernard Pomerance, das mit drei Tony Awards ausgezeichnet wurde. Das Drehbuch des Films wurde von seinem eigenen Sohn, Moby Pomerance, geschrieben und von seiner Tochter Eve produziert, wodurch eine getreue Übertragung der Vision ihres Vaters gewährleistet wurde. Die Geschichte ist von den Memoiren von Dr. Frederick Treves inspiriert – dem Arzt, der Merrick behandelte – und zeichnet das Leben dieses Mannes nach, der im viktorianischen England als Jahrmarktsnarren zur Schau gestellt wurde, bevor seine Menschlichkeit und Würde anerkannt wurden.

Diese neue Adaption ist die Fortsetzung des Films von David Lynch mit John Hurt und Anthony Hopkins in den Hauptrollen, der 1980 für seine Sensibilität und seine schauspielerischen Leistungen gefeiert wurde. Die Wahl von Adam Pearson eröffnet dieses Mal eine andere Perspektive: die der authentischen Darstellung und eines integrativeren Kinos.

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