Im Prozess gegen sechzehn Mitglieder der rechtsextremen Gruppe Action des Forces Opérationnelles (AFO), die in Paris wegen der Planung von Anschlägen auf Muslime angeklagt sind, versuchte die Verteidigung am Dienstag, den Vorwurf der „terroristischen kriminellen Vereinigung“ zurückzuweisen. Laut ihren Anwälten handelte es sich lediglich um Gespräche ohne weitere Nachbereitung, die unter dem Einfluss von Angst und dem Trauma der islamistischen Anschläge von 2015 und 2016 geführt worden seien.
Gewaltpläne gegen muslimische Ziele
Die Staatsanwaltschaft forderte jedoch bis zu fünf Jahre Haft, insbesondere für die geplante Ermordung von 200 Imamen oder die Vergiftung von Halal-Lebensmitteln in Supermärkten mit Zyanid. Die Angeklagten, von ihren Verteidigern als „Patrioten“ dargestellt, sollen zudem Moscheen angegriffen haben. Die Verteidigung sprach von einer „Logorrhoe“ ohne konkrete Hinrichtung und bezeichnete die AFO als einen „Haufen Idioten“, der sich zu „Festen“ trifft.
Anwälte betonen den emotionalen Hintergrund der Anschläge und die instabile Situation mehrerer Angeklagter, darunter ehemalige Soldaten mit posttraumatischer Belastungsstörung. „Es ist kein Hass, es ist Bestürzung“, argumentierte Durand-Poincloux. Das Gericht wird voraussichtlich am Mittwoch weitere Argumente anhören, bevor es in den kommenden Wochen sein Urteil verkündet.
Die zwischen 2017 und 2018 gegründete AFO-Gruppe wird in der Untersuchung als strukturiert und organisiert beschrieben, mit einer Hierarchie und eindeutig antiislamischen Zielen. Die Verteidigung versucht, die Schwere der Tatsachen herunterzuspielen und prangert einen politischen Prozess an, der ihrer Ansicht nach eher ein „Prozess der Angst“ als ein Terrorismus sei.