Der Rassemblement National bekräftigt seine Absicht, im Falle eines Wahlsiegs 2027 das Tragen des islamischen Schleiers im öffentlichen Raum zu verbieten. Jean-Philippe Tanguy versicherte in einem Interview mit BFMTV, dass Zuwiderhandlungen mit einer Geldstrafe geahndet würden, und verglich die Maßnahme mit derjenigen für das Nichtanlegen des Sicherheitsgurtes.
„Wir werden die islamistische Ideologie selbstverständlich bekämpfen und das Tragen des Schleiers tolerieren“, erklärte der Abgeordnete des Rassemblement National für das Département Somme. Seiner Ansicht nach sei diese Maßnahme auch als Zeichen der Solidarität mit Frauen zu verstehen, die in manchen Ländern zum Tragen des Schleiers gezwungen werden. Das Verbot war bereits Bestandteil früherer Wahlprogramme von Marine Le Pen.
„Die Entscheidung ist gefallen.“
Obwohl Fragen zu Jordan Bardellas angeblichen Vorbehalten gegenüber der praktischen Umsetzung dieser Maßnahme aufgekommen waren, versichert Jean-Philippe Tanguy, dass die interne Debatte nun beendet sei. „Es ist entschieden“, bekräftigt er und präzisiert, dass das Kopftuchverbot tatsächlich Teil des Programms sein werde.
Der Abgeordnete erklärte außerdem, dass sich seine eigene Meinung zu diesem Thema weiterentwickelt habe. Mit Blick auf seine Kindheit in den Pariser Vororten ist er der Ansicht, dass der Schleier seitdem weit verbreitet sei und sieht ihn nun als „Beweis für eine Ideologie, die mit der Freiheit der Frauen in Frankreich unvereinbar ist“.
Konkret plant die Réunion daher eine Geldstrafe. „Wenn Frauen den Schleier tragen, obwohl dies verboten ist, werden sie bestraft“, erklärte Jean-Philippe Tanguy und zog einen Vergleich zu Autofahrern, die bestraft werden, wenn sie keinen Sicherheitsgurt anlegen.
Auf der Linken stößt der Vorschlag bereits auf heftige Reaktionen. David Guiraud, der LFI-Bürgermeister von Roubaix, verurteilte auf X ein Projekt, das er als „islamophob“ bezeichnet, und verdeutlichte damit einmal mehr, wie wichtig das Thema des Schleiers im Präsidentschaftswahlkampf sein sollte.
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