Die venezolanischen Behörden haben die Schaffung von Notunterkünften für die Zehntausenden von Menschen angekündigt, die durch die Erdbeben vom 24. Juni vertrieben wurden, die mittlerweile mindestens 4.333 Menschenleben gefordert haben.
Am 24. Juni erschütterten zwei Erdbeben der Stärke 7,2 und 7,5 Caracas und den Küstenstaat La Guaira und zerstörten ganze Gebäude. Mehr als 850 Gebäude wurden vernichtet oder schwer beschädigt. Rund 19.000 Menschen leben noch immer in provisorischen Lagern, die in Stadien, Schulen oder auf öffentlichen Plätzen errichtet wurden.
Es war Jorge Rodríguez, Präsident der Nationalversammlung und Bruder der Interimspräsidentin Delcy Rodríguez, der am Samstag die Einrichtung von Notunterkünften ankündigte. Er nannte keine genaue Zahl der noch Vermissten, doch die UN schätzt, dass 50.000 Menschen weiterhin als vermisst gelten.
Rodriguez schloss auch die Möglichkeit aus, die Suche nach Leichen einzustellen, und ging damit auf die Befürchtungen der Familien ein, dass die Trümmer wahllos abgeräumt würden.
Die Regierung hat im Bundesstaat La Guaira über 40 Standorte mit einer Gesamtfläche von rund 584.000 Quadratmetern für den Bau neuer Wohnungen identifiziert. Offiziellen Schätzungen zufolge werden etwa 25.000 Wohnungen benötigt. Der Druck ist umso größer, als die Schulen, in denen Katastrophenopfer untergebracht sind, bis zum Schuljahresbeginn im September geräumt sein müssen.
Um den Wiederaufbau zu finanzieren, beantragte Interimspräsidentin Delcy Rodríguez diese Woche offiziell die Rückgabe der venezolanischen Goldreserven durch die Bank von England. „Dieses Gold gehört unserem Volk und muss ihm dienen“, erklärte sie. Sie appellierte außerdem an den Internationalen Währungsfonds, Soforthilfen freizugeben.
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