Eine von der Europäischen Union unterstützte Konferenz hat rund 900 Millionen Euro für den Wiederaufbau des Gazastreifens gesammelt, wo die Hälfte der zwei Millionen Einwohner in Zelten lebt.
Die gesammelten Gelder werden vorrangig für die Wiederherstellung des Zugangs zu sauberem Wasser und sanitären Einrichtungen sowie für den Wiederaufbau der durch den Konflikt zerstörten Gesundheits- und Ernährungssysteme verwendet. Die „Team Gaza Initiative“ koordiniert die Wiederaufbaumaßnahmen.
Die EU-Außenbeauftragte Kaja Kallas hat die weitere Unterstützung der EU an Reformen innerhalb der Palästinensischen Autonomiebehörde geknüpft. Auch palästinensische Vertreter und Mitglieder des Friedensrates, eines vom US-Präsidenten ins Leben gerufenen technokratischen Gremiums, sind beteiligt. Donald Trump und unter der Führung des bulgarischen Diplomaten Nikolaj Mladenow waren auch einige der Teilnehmer der Konferenz.
Der Bedarf ist nach wie vor enorm. Ein im Mai 2026 veröffentlichter UN-Bericht schätzt die Gesamtkosten des Wiederaufbaus auf 71,4 Milliarden US-Dollar (ca. 62,6 Milliarden Euro). Derselbe Bericht nennt 371.888 direkt vom Krieg betroffene Wohnungen, was drei Vierteln des gesamten Wohnungsbestands des Landes entspricht, von denen 85 % vollständig zerstört wurden.
Seit Beginn des Konflikts, der durch die Terroranschläge der Hamas am 7. Oktober 2023 ausgelöst wurde, bei denen etwa 1.200 Israelis getötet und 251 Geiseln genommen wurden, sind im Gazastreifen mehr als 71.000 Palästinenser getötet worden, darunter viele Frauen und Kinder. Rund 1,9 Millionen Palästinenser, mehr als 90 % der Bevölkerung des Gebiets, wurden vertrieben, teils wiederholt.
Auf militärischer Ebene kontrolliert die israelische Armee weiterhin fast 70 % des Gazastreifens. Die Hamas, die den Rest des Gebiets regiert, weigert sich weiterhin, die Waffen niederzulegen, wie es das von den USA, Ägypten und Katar vermittelte Waffenstillstandsabkommen vom Oktober 2025 vorsieht. Laut einem UN-Bericht wurden zwischen der Verkündung dieses Waffenstillstands und Mitte Januar 2026 etwa 450 Menschen getötet.
Im September 2025 kam die UN-Untersuchungskommission zu dem Schluss, dass Israel im Gazastreifen Völkermord an den Palästinensern begeht – eine Einschätzung, die von mehreren Menschenrechtsorganisationen geteilt wird. Der Internationale Gerichtshof prüft seit 2023 eine von Südafrika eingereichte Beschwerde. Israel weist diese Anschuldigung entschieden zurück.
Gemeinschaft
Bemerkungen
Die Kommentarfunktion ist geöffnet, aber vor Spam geschützt. Beiträge und Kommentare mit Links werden manuell geprüft.
Sei der Erste, der diesen Artikel kommentiert.