Trotz der Waffenruhe verstärkt Israel seine Angriffe im Libanon.
Trotz der Waffenruhe verstärkt Israel seine Angriffe im Libanon.

Am ersten Tag des Opferfestes (Eid al-Adha) führte die israelische Armee trotz der seit Langem bestehenden Waffenruhe zwischen den beiden Seiten neue Luftangriffe und Artilleriebeschuss auf mehrere Gebiete im Libanon durch. Die Bombardierungen richteten sich gegen Gebiete im Osten und Süden des Landes und verschärften die Spannungen in einer Region, die bereits durch monatelange Kämpfe geschwächt war.

Laut der offiziellen libanesischen Nachrichtenagentur NNA griffen israelische Kampfflugzeuge mehrere Städte in der Region Baalbek im Osten des Libanon sowie südliche Städte wie Sheba, Kalile, Barish, Dibbin und weitere Gebiete in der Nähe von Tyros, Nabatiyeh und Sidon an. Auch mehrere Dörfer im Süden des Landes wurden von Artillerie getroffen. Über die Gesamtzahl der Opfer der jüngsten Angriffe liegen noch keine Angaben vor.

Das libanesische Gesundheitsministerium gab bekannt, dass bei israelischen Angriffen am Vortag auf mehrere Städte im Süden des Landes mindestens 31 Menschen, darunter Kinder und Frauen, getötet und Dutzende verletzt wurden. Zu den betroffenen Städten zählten Burj Shamali, Kawthariyyat al-Ruz, Habbuş, Maareke und Selaa.

Die libanesische Armee meldete zudem den Tod eines ihrer Soldaten bei einem israelischen Luftangriff nahe des Qarun-Staudamms im westlichen Bekaa-Tal. Laut Beirut kamen bei dem Angriff auch mehrere medizinische Fachkräfte ums Leben, die an einer humanitären Evakuierungsmission beteiligt waren.

Unterdessen gab Israel neue Evakuierungswarnungen für mehrere Städte im Südlibanon heraus. Der israelische Armeesprecher Avichay Adraee rief die Bewohner mehrerer Ortschaften in der Region Nabatiyeh sowie von Tyros auf, ihre Häuser vor möglichen Angriffen auf mutmaßliche Hisbollah-Stellungen zu verlassen.

Laut israelischen Medienberichten räumte die Regierung von Benjamin Netanjahu in einer Kabinettssitzung ein, dass der Druck der USA Israel derzeit daran hindere, seine Angriffe in Beirut weiter auszuweiten. Verteidigungsminister Yisrael Katz erklärte demnach, Washington lehne bestimmte Operationen gegen die libanesische Hauptstadt ab, obwohl Drohnenangriffe der Hisbollah zugeschrieben würden.

Mehrere israelische Analysten sind mittlerweile der Ansicht, dass Tel Aviv Schwierigkeiten hat, effektiv auf die Operationen der Hisbollah zu reagieren, da es weiterhin den von den USA auferlegten Beschränkungen unterliegt. Trotz der bis Anfang Juli verlängerten Waffenruhe eskalieren die Luftangriffe und die militärischen Spannungen zwischen beiden Seiten weiter.

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