Laut mehreren hochrangigen westlichen Militärbeamten überdenken europäische Länder ihre Kriegsführungsstrategien grundlegend, um auf die ihrer Ansicht nach anhaltende Bedrohung durch Russland reagieren zu können.
Auf einer Verteidigungskonferenz in London argumentierten hochrangige NATO-Offiziere, dass die europäischen Streitkräfte flexiblere und kostengünstigere Fähigkeiten entwickeln müssten und sich stärker auf in Serie gefertigte Systeme wie Drohnen und Abfangjäger stützen sollten, anstatt auf schwere und teure Plattformen, deren Herstellung Jahre dauert.
Air Marshal Sir Johnny Stringer, stellvertretender Oberbefehlshaber der Alliierten Streitkräfte in Europa, betonte die Notwendigkeit, die Militärdoktrinen an eine neue Form der Konfliktlösung anzupassen. Er hob die Bedeutung der Stärkung der Fähigkeiten für präzise Langstreckenangriffe, der elektronischen Kampfführung und der Luftverteidigung gegen Bedrohungen hervor, die aus großer Entfernung entstehen können.
Er warnte außerdem davor, dass die russische Bedrohung nicht auf die aktuellen Kampfzonen in der Ukraine beschränkt sei, sondern sich über die gesamte Nordflanke der NATO ausdehnen könne, insbesondere aufgrund der russischen Luft- und Seestreitkräfte, einschließlich derer der Nordflotte.
„Die Bedrohung, der wir gegenüberstehen, ist allgegenwärtig“, sagte er und rief die Verbündeten auf, ihre militärische Bereitschaft für umfassendere Konfliktszenarien zu stärken.
Mehrere europäische Beamte befürchten, dass Russland mittelfristig seine Streitkräfte so weit wiederaufbauen könnte, dass sie in den kommenden Jahren eine direkte Bedrohung für NATO-Gebiet darstellen. Diese Sorge entsteht vor dem Hintergrund der seit Beginn des Ukraine-Krieges verschärften Spannungen, die die Verteidigungsprioritäten in Europa grundlegend verändert haben.
Die transatlantischen Beziehungen bleiben unterdessen Gegenstand von Debatten. Die amerikanische Regierung von Donald Trump Er hat die europäischen Militärinvestitionen wiederholt als unzureichend kritisiert und gleichzeitig eine Verlegung amerikanischer Truppen nach Europa in Erwägung gezogen. Ein NATO-Gipfel zur Erörterung dieser strategischen Fragen ist für Juli geplant.
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