Netanjahus Prozess erneut verschoben: Ein israelisches Gericht sagte eine Anhörung aus „Sicherheitsgründen“ ab.
Netanjahus Prozess erneut verschoben: Ein israelisches Gericht sagte eine Anhörung aus „Sicherheitsgründen“ ab.

Ein israelisches Gericht hat die für Mittwoch geplante Anhörung im Korruptionsprozess gegen Premierminister Benjamin Netanjahu abgesagt. Grund dafür war ein Antrag Netanjahus, der „sicherheitspolitische und diplomatische“ Erfordernisse anführte, wie israelische Medien berichten.

Laut der Times of Israel begründete der Premierminister seine Abwesenheit mit Verpflichtungen im Zusammenhang mit der Sicherheitslage und laufenden diplomatischen Angelegenheiten. Das Gericht gab diesem Antrag statt und vertagte die Anhörung in einem der Verfahren gegen den israelischen Regierungschef.

Benjamin Netanjahu wird in drei separaten Fällen wegen Bestechung, Betrug und Vertrauensbruch angeklagt. Die Anklagen wurden 2019 formell erhoben; er ist damit der erste amtierende israelische Ministerpräsident, gegen den ein Strafverfahren eingeleitet wurde.

Der israelische Ministerpräsident weist alle Anschuldigungen zurück und beteuert seit Jahren, er sei Opfer einer gegen ihn geführten politischen Kampagne. Trotz der laufenden Gerichtsverfahren ist er weiterhin eine zentrale Figur im israelischen Politikgeschehen und hat seine Macht an der Spitze mehrerer Regierungskoalitionen behauptet.

Zusätzlich zu diesen internen Angelegenheiten unterliegt Benjamin Netanjahu auch einem Haftbefehl des Internationalen Strafgerichtshofs aus dem Jahr 2024 wegen angeblicher Kriegsverbrechen und Verbrechen gegen die Menschlichkeit im Zusammenhang mit dem Krieg im Gazastreifen.

Nach Angaben der Gesundheitsbehörden in Gaza wurden seit Beginn der israelischen Offensive im Oktober 2023 mehr als 72.000 Menschen in dem palästinensischen Gebiet getötet. Der Konflikt übt weiterhin starken diplomatischen und rechtlichen Druck auf die israelische Regierung aus.

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