Laut von Reuters eingesehenen Dokumenten wurde das Pentagon über die Nutzung kommerzieller Geodaten zur Überwachung und potenziellen Zielerfassung von US-Militärangehörigen in Konfliktgebieten informiert. Dieser Fall schürt erneut die Besorgnis über den Missbrauch personenbezogener Daten im Bereich der digitalen Werbung.
In einem Brief, den der demokratische Senator Ron Wyden an Reuters schickte, teilte das US Central Command (CENTCOM) mit, dass es „mehrere Bedrohungsberichte“ über die „Ausnutzung kommerzieller Geolokalisierungsdaten durch den Gegner zur gezielten Überwachung von US-Personal im Einsatzgebiet“ erhalten habe.
Das CENTCOM ist unter anderem für die US-Militäroperationen im Golf und im Nahen Osten zuständig, einer Region, in der die Spannungen mit dem Iran, insbesondere um die Straße von Hormus, weiterhin hoch sind. Militärvertreter machten jedoch keine Angaben dazu, welche Gegner beteiligt waren oder wie diese Daten in der Praxis verwendet worden wären.
Laut Ron Wyden und mehreren US-Abgeordneten beider großen Parteien handelt es sich hierbei um die erste offizielle Bestätigung, dass US-Streitkräfte in einem aktiven Kriegsgebiet mithilfe von kommerziell erhältlichen Standortdaten ins Visier genommen wurden.
Die gewählten Amtsträger warnen vor den Risiken der globalen digitalen Überwachungswirtschaft. In ihrem Schreiben an das Pentagon argumentieren sie, dass diese Daten es ermöglichen, Truppenaufmarschorte, -bewegungen und -gewohnheiten zu identifizieren – Informationen, die dann für Raketenangriffe, Drohnenangriffe oder Spionageabwehroperationen genutzt werden können.
Angesichts dieser Bedrohung fordern mehrere Abgeordnete sofortiges Handeln. Zu den genannten Vorschlägen gehören die Deaktivierung von Werbe-IDs auf Geräten des Militärs, strengere Beschränkungen für die Weitergabe von Standortdaten und sogar die Abschaffung des Chrome-Browsers auf bestimmten Geräten.
Dieser Fall unterstreicht die wachsende Bedeutung digitaler Daten in modernen Konflikten und wie kommerzielle Technologien mittlerweile direkte Auswirkungen auf die militärische Sicherheit und Kriegseinsätze haben können.
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