Gut ein Jahr vor den nächsten Wahlen ist das spanische Gesetz zur Einbürgerung von Nachkommen im Exil lebender Spanier zum Gegenstand heftiger politischer Kontroversen geworden. Rechte Parteien werfen der Regierung von Ministerpräsident Pedro Sánchez vor, die Wahl durch die Registrierung Hunderttausender neuer Wähler beeinflussen zu wollen – ein Vorwurf, den die Regierung entschieden zurückweist.
Dieses Gesetz, das 2022 im Rahmen einer historischen Wiedergutmachungspolitik verabschiedet wurde, hat bereits mindestens 544.722 Menschen die spanische Staatsbürgerschaft ermöglicht. Laut offiziellen Angaben sind etwa 306.000 von ihnen wahlberechtigt, während fast 650.000 weitere Anträge noch bearbeitet werden.
Diese Woche behaupteten mehrere Oppositionsführer ohne Beweise, die Regierung habe Wählerregistrierungen aus Ländern bevorzugt, deren neue Staatsbürger eher die Sozialisten unterstützen würden. Die rechtsextreme Partei Vox forderte sogar die Aussetzung der Briefwahl für im Ausland lebende Spanier.
Die spanische Regierung verurteilte diese Anschuldigungen und nannte sie „zutiefst unverantwortlich“. Die Regierung bekräftigte, dass das Gesetz darauf abziele, die Folgen des Exils infolge des Bürgerkriegs und der Franco-Diktatur zu beheben, und wies darauf hin, dass ähnliche Mechanismen, die es Nachkommen ehemaliger Staatsbürger ermöglichen, die Staatsbürgerschaft zu erlangen, auch in mehreren europäischen Ländern, darunter Deutschland, Italien und Polen, existieren.
Diese Kontroverse entbrennt in einem ohnehin angespannten politischen Klima. Ministerpräsident Pedro Sánchez steht vor parlamentarischen Schwierigkeiten und mehreren Korruptionsfällen in seinem engsten Umfeld, was Spekulationen über mögliche vorgezogene Neuwahlen vor dem regulären Wahltermin im August 2027 befeuert. In diesem Kontext ist die Frage des Wählerverzeichnisses zu einem neuen Streitpunkt zwischen Regierung und Opposition geworden.
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