Nordkorea warf Japan am Dienstag vor, seine traditionell defensive Politik aufgegeben und sich zu einer offensiven Militärmacht entwickelt zu haben. In einer von der staatlichen nordkoreanischen Nachrichtenagentur KCNA verbreiteten Erklärung betonte Pjöngjang, die japanischen Militärkapazitäten stellten eine reale Bedrohung und keine bloße Hypothese dar.
Die nordkoreanische Nachrichtenagentur KCNA kritisierte insbesondere die japanischen Pläne zur Entwicklung unbemannter U-Boote, die Operationen gegen feindliche Schiffe durchführen können. Laut KCNA könnten diese Boote Torpedos und Seeminen mitführen und anschließend in Küstennähe benachbarter Länder stationiert werden, um im Falle eines Konflikts Präventivschläge zu ermöglichen.
Pjöngjang wirft Tokio vor, seine ausschließlich auf den Schutz des Staatsgebiets ausgerichtete Verteidigungsdoktrin aufgegeben zu haben, und behauptet, die japanischen Streitkräfte hätten sich zu einer „ausgesprochen offensiven und aggressiven Streitmacht“ entwickelt. Das japanische Außenministerium reagierte zunächst nicht auf Anfragen nach einer Stellungnahme.
Nordkorea hat auch Japans Bemühungen um die Entwicklung und Massenproduktion von Langstreckenraketen aus heimischer Fertigung verurteilt. Die staatliche nordkoreanische Nachrichtenagentur KCNA nannte als Beispiele die Entwicklung einer neuen ballistischen Rakete mit einer Reichweite von 3.000 Kilometern sowie die Stärkung der japanischen Kapazitäten durch verbesserte Seezielflugkörper, Hyperschallgleiter und die Beschaffung ausländischer Raketen wie der amerikanischen Tomahawk.
Diese Anschuldigungen fallen in eine Zeit, in der Pjöngjang selbst die Modernisierung seiner Seestreitkräfte beschleunigt. Die staatliche Nachrichtenagentur KCNA berichtete kürzlich, dass der nordkoreanische Machthaber Kim Jong-un dem Start eines strategischen Marschflugkörpers und Waffentests auf dem neuen 5.000-Tonnen-Zerstörer Kang Kon beiwohnte.
Kim Jong-un forderte den Ausbau der Marinekapazitäten seines Landes und ordnete die Indienststellung des Schiffes innerhalb von zwei Monaten an. Nordkorea hatte erst kürzlich seinen 5.000 Tonnen schweren Zerstörer „Choe Hyon“ vorgestellt und Pläne zum Bau größerer Kriegsschiffe mit bis zu 10.000 Tonnen angekündigt.
Diese verbale Eskalation erfolgt inmitten erhöhter Spannungen in Ostasien, wo Japan angesichts regionaler Bedrohungen schrittweise seine militärischen Fähigkeiten stärkt, während Nordkorea sein Programm zur Modernisierung seiner Streitkräfte fortsetzt.
Gemeinschaft
Bemerkungen
Die Kommentarfunktion ist geöffnet, aber vor Spam geschützt. Beiträge und Kommentare mit Links werden manuell geprüft.
Sei der Erste, der diesen Artikel kommentiert.