Pakistanische Luftangriffe in Afghanistan: UN-Berichte über mindestens 28 getötete Zivilisten, Spannungen eskalieren
Pakistanische Luftangriffe in Afghanistan: UN-Berichte über mindestens 28 getötete Zivilisten, Spannungen eskalieren

Bei Luftangriffen Pakistans nahe der afghanischen Grenze wurden laut der UN-Unterstützungsmission in Afghanistan (UNAMA) mindestens 28 Zivilisten getötet und 49 weitere verletzt. Diese jüngsten Opferzahlen schüren die Sorge vor einer möglichen Eskalation zwischen Islamabad und den afghanischen Taliban.

Pakistanische Sicherheitskräfte geben an, bewaffnete Gruppen, die von afghanischem Territorium aus operieren, angegriffen zu haben. Laut Islamabad wurden bei Luft- und Bodenoperationen mindestens 29 Kämpfer getötet, darunter 25 bei Angriffen in den afghanischen Provinzen Paktia, Paktika und Kunar. Die pakistanischen Behörden berichten zudem von der Zerstörung erheblicher Mengen an Waffen und Munition.

Die afghanischen Taliban bestreiten diese Darstellung und behaupten, die Bombenangriffe hätten sich hauptsächlich gegen Zivilisten gerichtet. Regierungssprecher Hamdullah Fitrat erklärte, bei den Angriffen seien mindestens 38 Menschen getötet und 163 verletzt worden, darunter Frauen und Kinder.

UNAMA erklärte, die Zahl der Opfer könne noch steigen, da sich mehrere Verletzte weiterhin in Krankenhäusern in Behandlung befänden. Die Organisation ermittle weiterhin die Lage vor Ort, um eine genauere Zahl der Opfer zu ermitteln.

Diese Angriffe stellen den zweiten Luftangriff Pakistans gegen Ziele in Afghanistan dar, die als Stellungen von Aufständischen beschrieben werden. Sie erfolgen nach mehrmonatigen Spannungen zwischen den beiden Ländern, die im Februar bereits die heftigsten Zusammenstöße seit Jahren erlebt hatten.

Pakistan wirft den afghanischen Taliban regelmäßig vor, Mitglieder der Tehrik-e-Taliban Pakistan (TTP) zu beherbergen, die es für zahlreiche Angriffe auf pakistanisches Territorium verantwortlich macht. Kabul weist diese Anschuldigungen zurück und betont, dass der TTP-Aufstand ausschließlich eine interne Angelegenheit Pakistans sei. Der jüngste Gewaltausbruch nährt die Befürchtung einer weiteren Verschlechterung der Beziehungen zwischen den beiden Nachbarländern.

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