Eine palästinensische Familie gibt an, ihr im Dorf Jalud im besetzten Westjordanland errichtetes Haus verloren zu haben, nachdem israelische Siedler das Gebäude noch vor dessen Fertigstellung bezogen hatten. Der Fall verdeutlicht die anhaltenden Spannungen im Zusammenhang mit dem Siedlungsbau in den palästinensischen Gebieten.
Mohammad Salameh baute dieses Haus für seine Familie und seinen kürzlich verlobten Sohn, der dort sein Eheleben beginnen sollte. Seiner Aussage zufolge beschlagnahmte eine Gruppe israelischer Siedler das Grundstück Anfang der Woche.
Ein von Reuters als authentisch bestätigtes Video zeigt mindestens sechs Siedler, die auf dem Dach eines zweistöckigen Hauses am Fuße eines nahegelegenen Hügels entlanggehen. Die Aufnahmen bestätigen ihre Anwesenheit auf dem Gelände, als das Gebäude noch im Bau war.
Mohammad Salameh gibt an, die israelische Armee und Polizei um Hilfe gebeten zu haben, jedoch ohne Erfolg. Er befürchtet nun den endgültigen Verlust seines Eigentums und sorgt sich, dass andere palästinensische Häuser in der Gegend dasselbe Schicksal erleiden könnten.
„Das weiß nur Gott. Wenn Recht und Ordnung herrschen, werden sie gehen. Wenn es ihnen gelingt, einen zu entführen, werden die anderen folgen“, sagte der Besitzer.
Dieser Fall ereignet sich inmitten verschärfter Spannungen im Westjordanland, wo Palästinenser die Verschärfung des israelischen Siedlungsbaus und die Gewalt einiger Siedler unter der Regierung von Ministerpräsident Benjamin Netanjahu anprangern. Diese Entwicklungen schüren die Besorgnis über die sich verändernde Lage in den besetzten Gebieten.
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