Der Generaldirektor der Weltgesundheitsorganisation (WHO), Tedros Adhanom Ghebreyesus, sollte sich am Montag mit dem Präsidenten der Demokratischen Republik Kongo treffen, um den Ebola-Ausbruch im Land zu besprechen. Gesundheitsexperten und humanitäre Organisationen befürchten, dass das wahre Ausmaß der Krise weitaus größer ist als die offiziell gemeldeten Zahlen.
Laut Gesundheitsbehörden verlief dieser Ausbruch, der bereits als drittgrößter jemals verzeichneter gilt, vermutlich mehrere Wochen lang unbemerkt. Diese Verzögerung bei der Identifizierung der ersten Fälle erschwerte die Bekämpfung des Ausbruchs und erhöhte das Risiko einer weiteren Ausbreitung.
Tedros Adhanom Ghebreyesus, der sich seit letzter Woche in der Demokratischen Republik Kongo aufhält, hat wiederholt zu internationaler Mobilisierung aufgerufen. Er ist der Ansicht, dass verstärkte finanzielle und logistische Unterstützung notwendig ist, um die Epidemie einzudämmen, bevor sie sich weiter ausbreitet.
Der WHO-Chef besuchte unter anderem die Provinz Ituri, wo die ersten Fälle bestätigt wurden. Dort traf er sich mit Gesundheitsbeamten und Teams, die an der Bekämpfung der Krankheit beteiligt sind.
In einer gemeinsamen Erklärung, die am Sonntagabend veröffentlicht wurde, räumten die WHO und die kongolesische Regierung ein, sich in einer „schwierigen Phase“ zu befinden. Beide Seiten gaben an, an der Stärkung der Überwachungs-, Test- und Patientenversorgungssysteme zu arbeiten, um die Situation besser unter Kontrolle zu bringen.
Die humanitäre Organisation International Rescue Committee (IRC) warnte davor, dass der Ausbruch deutlich größer sein könnte als die offiziellen Daten vermuten lassen. Diese Besorgnis rührt insbesondere von der späten Entdeckung mehrerer Infektionsketten her.
Inzwischen haben mehrere internationale Partner ihre Unterstützung zugesagt. Die Coalition for Epidemic Preparedness Innovations (CEPI) finanziert insbesondere die Entwicklung eines Impfstoffs gegen den Bundibugyo-Stamm des Ebola-Virus, während China die Entsendung von medizinischen Fachkräften zur Bekämpfung der Epidemie angekündigt hat.
Gemeinschaft
Bemerkungen
Die Kommentarfunktion ist geöffnet, aber vor Spam geschützt. Beiträge und Kommentare mit Links werden manuell geprüft.
Sei der Erste, der diesen Artikel kommentiert.