Cyber-Spionage: Ein Russe plädiert in den Vereinigten Staaten in einem Fall im Zusammenhang mit einer mutmaßlichen Hacker-Kampagne auf nicht schuldig.
Cyber-Spionage: Ein Russe plädiert in den Vereinigten Staaten in einem Fall im Zusammenhang mit einer mutmaßlichen Hacker-Kampagne auf nicht schuldig.

Ein russischer Staatsbürger, der von US-Behörden der Beteiligung an einer großangelegten Cyber-Spionagekampagne beschuldigt wird, hat am Donnerstag vor einem Bundesgericht in Boston auf nicht schuldig plädiert. Die Staatsanwaltschaft wirft Denis Obrezko vor, im Rahmen einer mit der russischen Regierung in Verbindung stehenden Kampagne an Hackerangriffen gegen westliche Organisationen beteiligt gewesen zu sein.

Der 36-jährige Denis Obrezko erschien per Videoschaltung vor einem Bundesrichter, nachdem er Anfang der Woche wegen Verschwörung zum Computerbetrug und Missbrauch von Computersystemen angeklagt worden war. Er war im vergangenen Monat aus Thailand ausgeliefert worden, nachdem er dort im November festgenommen worden war.

Laut Anklage arbeitete Obrezko zuvor für den FSB, den russischen Geheimdienst, und soll an einer Cyber-Spionageoperation teilgenommen haben, die sich gegen amerikanische und europäische Unternehmen, europäische Regierungsbehörden mit NATO-Bezug sowie Organisationen richtete, die den ukrainischen Widerstand gegen die russische Invasion unterstützten.

Gerichtsdokumenten zufolge hat das FBI mindestens elf amerikanische Unternehmen identifiziert, die mutmaßlich Opfer dieser Hackerangriffe wurden. Die Staatsanwaltschaft geht davon aus, dass dem Angeklagten im Falle einer Verurteilung eine Haftstrafe von bis zu zehn Jahren droht.

Die Anklage bezieht sich auf Hacking-Operationen, die von Cybersicherheitsforschern unter den Namen „Void Blizzard“ und „Laundry Bear“ verfolgt wurden. Diese Namen entsprechen denen, die Microsoft und niederländische Geheimdienste im Mai 2025 für eine neu identifizierte russische Cyberkriminellengruppe verwendeten.

Denis Obrezko weist die gegen ihn erhobenen Vorwürfe zurück. Das Gerichtsverfahren wird nun in den Vereinigten Staaten fortgesetzt, um seine mögliche Rolle in dieser mutmaßlichen Cyberspionagekampagne und die Verantwortlichkeiten im Zusammenhang mit den von den Ermittlern erwähnten Cyberangriffen zu klären.

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