Eine in der nordirischen Stadt Moygashel auf einem riesigen Freudenfeuer errichtete Moscheenachbildung hat scharfe Kritik von britischen Behörden und zahlreichen Politikern hervorgerufen. Die nordirische Polizei gab am Donnerstag die Festnahme eines Mannes bekannt, der im Verdacht steht, das Bauwerk auf das Feuer gestellt zu haben, und bezeichnete den Vorfall als zutiefst besorgniserregend.
Traditionell werden am Vorabend der Feierlichkeiten zum 12. Juli an mehreren Orten in Nordirland, vor allem in protestantisch-loyalistischen Gebieten, Freudenfeuer entzündet. Diese Gedenkfeiern erinnern an den Sieg Wilhelms von Oranien über den katholischen König Jakob II. in der Schlacht am Boyne im Jahr 1690, ein historisches Ereignis von großer symbolischer Bedeutung für die Region.
Die nachgebaute Moschee war auf einem imposanten Gerüst aus Holzpaletten errichtet worden. Bilder vom Ort des Geschehens zeigten außerdem eine Puppe mit einem Messer sowie Transparente mit den Slogans „Sichert unsere Grenzen“ und „Beendet die Bedrohung durch den radikalen Islam“. Diese Aktion fand einen Monat nach den fremdenfeindlichen Ausschreitungen in Belfast, der Hauptstadt Nordirlands, statt.
Der britische Nordirland-Minister Hilary Benn verurteilte die Tat auf der Social-Media-Plattform X aufs Schärfste. Er nannte sie einen „abscheulichen und feigen Akt der Einschüchterung“ und erklärte, sie habe nichts mit lokalen Traditionen zu tun und repräsentiere nicht die große Mehrheit der nordirischen Bevölkerung. „Wir müssen zusammenstehen und solchen Hass entschieden zurückweisen“, sagte er.
Dieser Vorfall hat die Sorgen um die Spannungen innerhalb der nordirischen Bevölkerung und den Anstieg fremdenfeindlicher und islamfeindlicher Hetze erneut entfacht. Die Behörden setzen ihre Ermittlungen fort, um die genauen Umstände des Baus dieser Moschee-Nachbildung zu klären und mögliche weitere Haftungsfragen zu prüfen.
Gemeinschaft
Bemerkungen
Schreiben Sie eine Rezension
Sei der Erste, der diesen Artikel kommentiert.