Sexueller Missbrauch an der Ohio State University: Eine wegweisende Einigung über 100 Millionen Dollar mit fast 300 Opfern
Sexueller Missbrauch an der Ohio State University: Eine wegweisende Einigung über 100 Millionen Dollar mit fast 300 Opfern

Die Ohio State University hat sich in einem außergerichtlichen Vergleich mit fast 300 Alumni, die ihr vorgeworfen hatten, sie über mehrere Jahrzehnte nicht vor sexuellem Missbrauch durch einen Campusarzt geschützt zu haben, auf die Zahlung von 100 Millionen Dollar geeinigt.

Die am Mittwoch bekanntgegebene Vereinbarung betrifft 279 der 280 Kläger. Sie wurde vom Kuratorium der Universität offiziell genehmigt und beendet damit einen jahrelangen Rechtsstreit.

Die Opfer gaben an, von Richard Strauss, einem ehemaligen Arzt der Einrichtung, sexuell missbraucht worden zu sein. Laut den vor Gericht erhobenen Anklagen sollen die Übergriffe über mehrere Jahrzehnte hinweg stattgefunden haben, während Strauss an der Universität tätig war.

Dieser Fall hatte tiefgreifende Auswirkungen auf die Institution und löste in den Vereinigten Staaten eine breite Debatte über die Verantwortung von Universitäten angesichts von Berichten über sexuellen Missbrauch aus. Die Kläger argumentierten insbesondere, dass die Institution trotz wiederholter Warnungen nicht die notwendigen Schritte unternommen habe, um die Taten des Arztes zu verhindern.

Die finanzielle Entschädigung in Höhe von 100 Millionen US-Dollar zählt zu den höchsten jemals erzielten Einigungen im Zusammenhang mit sexuellem Missbrauch an amerikanischen Universitäten. Ziel ist es, ehemalige Studierende zu entschädigen und gleichzeitig langwierige Gerichtsverfahren zu vermeiden.

Die Universität machte keine Angaben zur Verteilung der Entschädigung an die Opfer, erklärte aber, die Vereinbarung sei ein wichtiger Schritt zur Aufklärung eines der schwerwiegendsten Skandale ihrer jüngeren Geschichte. Für die Kläger bedeutet die Entscheidung zudem die Anerkennung ihres Leids und die Forderung nach Rechenschaftspflicht nach jahrzehntelangem Schweigen.

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