Ein Jahr nachdem das Medikament aufgrund eines Preisstreits aus den Apotheken entfernt wurde, macht die französische Regierung eine Kehrtwende. Der Impfstoff Efluelda, Sanofis hochdosierte Version für über 65-Jährige, wird voraussichtlich im Herbst 2025 wieder in den Apotheken erhältlich sein. Der Grund: eine besonders heftige Grippesaison 2024-2025, in der 29 Krankenhauseinweisungen verzeichnet wurden, 000 % mehr als üblich. Efluelda galt früher aufgrund seiner „bescheidenen“ Wirksamkeit als zu teuer, wird heute jedoch von der Hohen Gesundheitsbehörde (HAS) „vorzugsweise empfohlen“. Neue Studien und die angespannte Lage der Epidemie haben die Institution dazu bewogen, ihre Studie zu überarbeiten und einen deutlichen Rückgang der Krankenhauseinweisungen zu begrüßen. Die Antigenkonzentration dieses Impfstoffs ist viermal höher als bei herkömmlichen Dosen und zielt darauf ab, die oft geschwächte Immunabwehr älterer Menschen zu stimulieren.
Ein heikler Punkt muss noch entschieden werden: der Preis.
Sanofi erhofft sich für die vermeintliche Überlegenheit einen höheren Preis als herkömmliche Impfstoffe, die rund 10 Euro kosten. Die Transparenzkommission hat grünes Licht gegeben und Sanofi äußert sich „optimistisch“ hinsichtlich des Verhandlungsergebnisses. Das Labor, das weltweit jährlich mehr als 250 Millionen Dosen verkauft, möchte Apothekern die Möglichkeit geben, ihre Vorbestellungen herkömmlicher Impfstoffe in Efluelda umzuwandeln. Doch in diesem lukrativen Markt – Sanofi wird im Jahr 2,6 2024 Milliarden Euro wert sein – wird der Wettbewerb härter. Der britische Konzern GSK packt seine Koffer, doch Viatris und vor allem der australische Neuzugang CSL Seqirus wollen sich ihren Anteil vom Kuchen sichern. Letzterer kommt mit zwei Impfstoffen im Gepäck: Flucelvax (Standard) und Fluad (verstärkt für über 65-Jährige), beide vom HAS validiert. Die Botschaft ist klar: Der Spritzenkrieg hat begonnen und die Senioren werden als Schlachtfeld dienen.