Die Zahl der Ertrinkungstoten seit Beginn der Hitzewelle hat die 90er-Marke überschritten, wie Sport- und Jugendministerin Marina Ferrari am Donnerstag mitteilte. Diese höhere Zahl als die bisher von den Behörden gemeldeten 74 Todesfälle verdeutlicht die Folgen der extremen Hitze, die viele Franzosen dazu veranlasst hat, in Flüssen, Seen oder im Meer Abkühlung zu suchen.
Laut Minister ist die Zahl der Ertrinkungsfälle in den letzten Tagen mit dem Temperaturrückgang gesunken, was den Zusammenhang zwischen Hitzewellen und einem Anstieg der Unfälle bestätigt. Besonders viele junge Menschen waren in den ersten Tagen der Hitzewelle betroffen, obwohl die Behörden betonen, dass keine Bevölkerungsgruppe völlig immun ist.
Die Regierung will die Prävention stärken.
Marina Ferrari hob die Hauptrisikofaktoren hervor und erwähnte die unbedingte Notwendigkeit der Aufsicht über Kleinkinder sowie das gefährliche Verhalten mancher Jugendlicher und junger Erwachsener, wie beispielsweise das Springen von Brücken oder das Schwimmen in unbeaufsichtigten Bereichen. Sie räumte auch die Schwierigkeiten im Zusammenhang mit dem Mangel an Schwimmbädern, insbesondere in ländlichen Gebieten, ein und gab an, dass zusätzliche Mittel für deren Sanierung bereitgestellt wurden.
Der Minister kündigte schließlich eine Reform der nationalen Rettungsschwimmerausbildung an, um die Anzahl der für die Überwachung von Badebereichen zuständigen Rettungsschwimmer zu erhöhen. Die Regierung will zudem den Freiwasserschwimmunterricht weiter ausbauen, der angesichts der steigenden Zahl von Unfällen außerhalb von Schwimmbädern als unerlässlich gilt. Im vergangenen Sommer ertranken in Frankreich 409 Menschen, darunter 57 Kinder und Jugendliche.
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