Am Sonntag marschierten tausend Menschen entlang der Promenade des Anglais in Nizza, um die Gedenkfeierlichkeiten zum zehnten Jahrestag des Lastwagenanschlags vom 14. Juli 2016 zu eröffnen, bei dem 86 Menschen getötet und mehr als 400 weitere verletzt wurden.
In Weiß gekleidet und viele mit Rosen in den Händen versammelten sich die Demonstranten vor dem Lenval-Kinderkrankenhaus, genau dort, wo der Lkw am Abend des 14. Juli 2016 seine tödliche Fahrt begonnen hatte, bevor er unter gleißender Sonne die gesamte Promenade entlangraste. Die Straße war für Autos und Fahrräder gesperrt, Jogger und Urlauber konnten sich am Strand jedoch weiterhin frei bewegen.
Etwa 300 Angehörige der Opfer führten den Trauerzug an, begleitet von Vertretern der vier Organisationen, die an der Organisation der Gedenkveranstaltungen beteiligt waren. Unter den Anwesenden waren der Bürgermeister von Nizza, Éric Ciotti, städtische Beamte, der Präfekt, der Staatsanwalt, Feuerwehrleute und Vertreter der OGC Nizza.
Der Trauerzug hielt vor „Der Engel der Bucht“, einer Skulptur von Jean-Marie Fondacaro, die an der Stelle aufgestellt wurde, an der der Fahrer Mohamed Lahouaiej-Bouhlel von der Polizei erschossen wurde. Dort wurden Kränze niedergelegt, bevor die Teilnehmer, begleitet von Harfenklängen, ihre Rosen vor einem Pavillon in einem nahegelegenen Garten platzierten.
Patrick Prigent, Präsident des Vereins „Life for Nice“, beschrieb den Moment als einen Wendepunkt, der es den Opfern ermöglichte, „ein neues Kapitel aufzuschlagen, nicht das Buch zu schließen, sondern ein neues Kapitel aufzuschlagen“. „Es zeigt uns, dass wir nicht allein sind und dass auch andere diesen wichtigen Moment für sich beanspruchen“, fügte er hinzu. Hager Ben Aouissi, Präsidentin des Vereins „Une Voie des Enfants“, sprach von einem „sehr bewegenden, aber auch sehr schwierigen Moment, weil wir unsere Ängste und unser Trauma überwunden haben“. Sie hofft, dass die Bilder des Marsches den Kindern, die nicht zur Promenade zurückkehren konnten, helfen werden, diesen Ort „zurückzuerobern“.
Die Gedenkfeiern werden am Montag mit einer interreligiösen Zeremonie fortgesetzt, am Dienstag folgt um 18:15 Uhr eine Gedenkzeremonie in Anwesenheit von Präsident Emmanuel Macron. Den Abschluss des Tages bildet um 22:00 Uhr eine Drohnenshow, bei der 86 blaue Strahlen in den Himmel projiziert werden, einer für jedes Opfer.
Gemeinschaft
Bemerkungen
Die Kommentarfunktion ist geöffnet, aber vor Spam geschützt. Beiträge und Kommentare mit Links werden manuell geprüft.
Sei der Erste, der diesen Artikel kommentiert.