Louis Cane, Maler und Bildhauer, Symbolfigur der Supports/Surfaces-Bewegung, starb am 4. November 2024 in Paris. Er wurde 1943 in Beaulieu-sur-Mer geboren und trug in den 1960er Jahren zusammen mit Vincent Bioulès und Claude Viallat zur Entstehung dieser innovativen künstlerischen Bewegung bei, die die traditionelle Vorstellung von der Malerei und ihre Konventionen in Frage stellte. Seine Karriere, die von einem ständigen Dialog zwischen Abstraktion und Figuration geprägt ist, wurde durch Werke bereichert, die sich mit unterschiedlichen Themen auseinandersetzen, von der Malerei bis zur Skulptur, und dabei Bezüge zu großen Meistern wie Picasso, Monet und Cézanne integrieren.
Louis Cane begann seine Karriere mit avantgardistischen Techniken und erforschte zunächst abstrakte Motive in Werken, die durch die Verwendung von Stempeln und geklebtem Papier gekennzeichnet waren. 1969 schloss er sich der Gruppe Supports/Surfaces an, die sich für eine Rückkehr zu Rohmaterialien und Farben einsetzte und dabei häufig auf klassische Rahmen verzichtete. Im Laufe der Jahre entwickelte sich seine Kunst hin zur ausdrucksstarken Figuration, wobei seine Werke von italienischen Fresken und der Symbolik der christlichen Ikonographie inspiriert waren. Seine Serie über Meninas, beeinflusst von Velázquez, zeigt ihre Fähigkeit, historische Werke neu zu interpretieren und ihnen gleichzeitig eine persönliche Note zu verleihen, die zwischen Barock und Moderne oszilliert.
Als vielseitiger Künstler schuf Louis Cane auch Skulpturen und Möbel, ohne dabei die Malerei zu zelebrieren. Während seiner Arbeit in seinen Werkstätten in Beaulieu-sur-Mer und Paris griff er immer wieder auf die Kunstgeschichte zurück, um von ihm geliebte Motive wie Monets Seerosen oder Manets Porträts neu zu erfinden. Bis zu seinen letzten Tagen schuf und vermittelte Cane weiter, immer inspiriert von der Energie der Gesten und der Lebendigkeit der Farben, und drückte einen tiefen Respekt vor der künstlerischen Tradition aus, die er selbst mitgestaltet hatte.