Kylian Mbappé geriet in Spanien ins Zentrum der Schlagzeilen, nachdem Der jüngste europäische Triumph von Paris Saint-Germain. Am Samstag gewann PSG zum zweiten Mal in Folge die Champions League. Im Finale besiegten sie Arsenal nach einem 1:1-Unentschieden, das ins Elfmeterschießen ging. Seit dem Wechsel des französischen Stürmers zu Real Madrid im Jahr 2024 hat der Pariser Klub auf europäischer Ebene alle Titel geholt und die Champions League zweimal gewonnen, während Real Madrid in den letzten zwei Jahren auf allen Ebenen gescheitert ist. Dieser Triumph entfachte in Spanien umgehend eine hitzige Debatte: Ist Paris ohne Mbappé stärker geworden?
Das Pariser Projekt hat seine Dimensionen verändert
Die Arbeit von Luis Enrique steht im Mittelpunkt der Diskussionen. Seit dem Ende der Mbappé-Saga hat der PSG-Trainer ein flüssigeres, ausgewogeneres und vor allem erfolgreicheres Mannschaftsspiel umgesetzt. Ein Kommentar fasst diese Entwicklung treffend zusammen: „Luis Enrique markierte einen Wendepunkt in der Geschichte von PSG. Während Mbappés Abgang das Image des Vereins zu trüben schien, begann sein Projekt hell zu erstrahlen.“ Mbappés Abgang, der zunächst als Verlust wahrgenommen wurde, hat sich für PSG als Katalysator erwiesen. Der Verein verlor zwar seinen Star, gewann aber ein starkes Team.
Zwei Saisons ohne Mbappé, zwei Champions-League-Titel
Der kollektive Fortschritt von Paris wird immer wieder hervorgehoben. PSG knüpft an seine beste europäische Phase der Vereinsgeschichte an. Die Situation für Mbappé ist, wie die spanische Presse berichtet, düster: „Sie waren nicht nur besser, sondern zwei Saisons in Folge das beste Team. Ein Wunder, das kaum jemand erwartet hatte, das Luis Enrique aber kommen sah. Luis Enrique wusste, wie er den Verlust eines Spielers vom Kaliber eines Mbappé in einen Vorteil und nicht in ein Problem verwandeln konnte.“
In den zwei Jahren ohne Mbappé gewann Paris zwei französische Meistertitel und zwei Champions-League-Titel. Der Rekord ist unbestreitbar.
Dembélé befreite sich aus Mbappés Schatten
Die Parallele zu Ousmane Dembélé verstärkt diesen Vergleich zusätzlich. Vor Luis Enriques Ankunft bei PSG galt Dembélé als unbeständiger Spieler, frustriert darüber, nicht im Mittelpunkt zu stehen, und trotz seines Talents noch immer zögerlich. Doch sein Status hat sich mit dem neuen Pariser Projekt verändert, wie spanische Medien berichten. „Am Tag vor Luis Enriques Ankunft bei PSG war Dembélé ein unbeständiger Spieler, frustriert darüber, nicht im Mittelpunkt zu stehen, und trotz seines Talents zögerlich. Doch dann kam der Asturier, und sobald er aus Mbappés Schatten trat, schenkte er Dembélé das Lächeln, das er heute trägt.“ Dembélé etablierte sich in der Pariser Mannschaft und erzielte im Finale ein Tor. Und vor allem feiert er nun seinen zweiten Champions-League-Titel in Folge.
„Und Mbappé ist im Urlaub.“
Die brutalste Formel lässt sich in wenigen Worten zusammenfassen: „Und Mbappé ist im Urlaub.“ Der Kontrast ist eklatant. Dembélé gewinnt mit PSG einen weiteren Champions-League-Titel. Mbappé hingegen muss mit ansehen, wie sein ehemaliger Verein ohne ihn weiter Siege einfährt.
Der Kommentar unterstreicht diese miteinander verwobene Schicksalsgemeinschaft: Dembélé feiert seinen zweiten Champions-League-Titel in Folge und trifft erneut, wenn auch per Elfmeter. Mbappé hingegen ist im Urlaub. Seit Kylians Ankunft bei Real Madrid strahlt Luis Enrique vor Erleichterung.
Real Madrid hätte PSG einen Gefallen getan.
Die schärfste Kritik richtet sich direkt gegen Mbappés Wechsel zu Real Madrid. Das vorgebrachte Argument ist vernichtend: Mit der Verpflichtung des französischen Stürmers habe der spanische Klub Paris womöglich mehr geholfen als geschwächt. „Manche werden zweifellos denken, dass Real Madrid PSG mit der Verpflichtung von Mbappé einen großen Dienst erwiesen hat; es ermöglichte Luis Enrique, seine Spielphilosophie ohne übermäßigen Druck weiterzuentwickeln.“
Die Botschaft ist eindeutig: Ohne den Druck, der auf Mbappé lastete, hätte Luis Enrique seinen Spielstil völlig frei umsetzen können. PSG verlässt sich nicht mehr auf einen einzelnen Schlüsselspieler, sondern hat sich um ein dominantes Kollektiv herum aufgebaut.
Mbappé, der große Verlierer im Vergleich
Das Fazit ist für den Stürmer von Real Madrid gnadenlos: „Für alle, die es nicht wissen: In zwei Jahren ohne Mbappé gewannen sie zwei französische Meistertitel und zwei Champions-League-Titel. Kylian hingegen gewann nichts … und steckte Millionen ein.“
Der symbolische Preis ist hoch. Paris schreibt seine Europageschichte ohne ihn. Dembélé glänzt in einer Meistermannschaft. Luis Enrique wird gefeiert, weil er einen schweren Rückschlag in totale Dominanz verwandelt hat.
Mbappé sieht sich seinerseits einem Vergleich gegenüber, der ihm eindeutig zum Nachteil gereicht. Nachdem er zu Real Madrid gewechselt ist, um seine Karriere auf die nächste Stufe zu heben, sieht er seinen ehemaligen Verein Titel um Titel sammeln, sodass es den Anschein hat, als hätte sein Abgang PSG eher befreit als geschwächt.