Gérard Darmon wird letztendlich nicht den Vorsitz der Jury des La Ciotat First Film Festivals in Bouches-du-Rhône übernehmen. Der Schauspieler, gegen den neun Frauen sexistische und sexuelle Gewalt vorgeworfen haben, zog sich nur wenige Tage vor der Eröffnung des Festivals, das vom 10. bis 14. Juni stattfinden sollte, von dieser Rolle zurück.
Ein Rückzug, um eine Krise rund um das Festival zu vermeiden.
Die Entscheidung folgt auf die Kontroverse um seine Ernennung. Die Festivalorganisatoren erklärten, sie akzeptierten Gérard Darmons Rückzug, der als Maßnahme zur Wahrung der friedlichen Atmosphäre der Veranstaltung dargestellt wurde. Dem Schauspieler war eine symbolträchtige Position zugedacht: die des Jurypräsidenten bei einem Festival, das Debütfilmen gewidmet ist.
Eine Nominierung, die sich zu einem explosiven Streit entwickelte
Die Wahl von Gérard Darmon löste heftige Reaktionen aus, insbesondere von feministischen Gruppen. Sie kritisierten die Berufung des Schauspielers in die Jury angesichts der zahlreichen öffentlich gewordenen Anschuldigungen gegen ihn. Für diese Organisationen sendete die Ernennung einer Person, die selbst unter Beobachtung stand, zum Jurypräsidenten ein problematisches Signal, insbesondere innerhalb der Filmbranche, die ohnehin mit zahlreichen Debatten über sexistische und sexuelle Gewalt zu kämpfen hat.
Neun Frauen im Mittelpunkt des Falls
Die Anschuldigungen gegen Gérard Darmon basieren auf den Aussagen von neun Frauen. Sie beschreiben unangemessene Bemerkungen und Gesten, die sich angeblich zwischen 2018 und 2024 an mehreren Filmsets ereignet haben. In den Aussagen wird insbesondere von Demütigungen, sexistischen Beleidigungen und einem Klima der Unsicherheit berichtet, das einige weibliche Filmschaffende empfanden. Gérard Darmon weist die Anschuldigungen zurück.
Jean-Pierre Améris übernimmt wieder den Vorsitz der Jury.
Nach dem Rückzug von Gérard Darmon erklärte sich Direktor Jean-Pierre Améris bereit, den Vorsitz der Jury zu übernehmen. Diese Ernennung dürfte es dem Festival ermöglichen, seine Ausgabe fortzusetzen und den Fokus wieder auf sein Programm zu richten, da die Kontroverse die Veranstaltung zu überschatten drohte.