Papst Leo XIII. hat am Montag die Staats- und Regierungschefs der Welt scharf kritisiert und ihnen vorgeworfen, mehr Ressourcen für Konflikte als für den Kampf gegen den Hunger aufzuwenden. Bei einem Besuch im Hauptsitz des Welternährungsprogramms in Rom prangerte er ein eklatantes Ungleichgewicht in den politischen und moralischen Prioritäten der internationalen Gemeinschaft an.
In seiner Rede vor den Teilnehmern der Jahrestagung des Leitungsgremiums der UN-Organisation rief der Papst die Regierungen dazu auf, ihre Investitionen in Nahrungsmittelhilfe zu erhöhen. Er forderte außerdem, dass diese Hilfe nicht von geopolitischen oder strategischen Erwägungen abhängen dürfe.
„Es ist einfacher, Konflikte anzuheizen, als die Bevölkerung zu ernähren“, erklärte der erste amerikanische Papst. Seiner Ansicht nach spiegelt diese Situation nicht nur operative Schwierigkeiten wider, sondern offenbart auch ein tiefer liegendes Problem in der Art und Weise, wie Staaten ihre Prioritäten setzen.
Das Welternährungsprogramm ist nach wie vor die weltweit führende Organisation für Nahrungsmittelhilfe. Größter Geber sind weiterhin die Vereinigten Staaten, die kürzlich ein neues Hilfspaket in Höhe von 800 Millionen US-Dollar angekündigt haben. Diese Zuwendung erfolgt jedoch nach Budgetkürzungen, die von der Regierung des Präsidenten vorgenommen wurden. Donald Trumpwodurch die der Behörde zugewiesenen Mittel erheblich reduziert wurden.
Seit einigen Monaten äußert sich Leo XIII. regelmäßiger zu wichtigen internationalen Themen. Anfang des Jahres sorgte er insbesondere mit seiner Kritik am Krieg gegen den Iran für Aufsehen. In seiner Rede am Montag erwähnte er jedoch weder einen bestimmten Staatschef noch ein bestimmtes Land.
Der Papst betonte zudem, dass der Zugang zu ausreichender Nahrung ein grundlegendes Menschenrecht sei. Er argumentierte, dass die Bekämpfung des Hungers nicht nur ein humanitäres Gebot sei, sondern auch zur internationalen Stabilität und Sicherheit beitrage, indem sie die Faktoren reduziere, die zu Krisen und Konflikten führen.
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