Südchinesisches Meer: Peking stationiert Streitkräfte in der Nähe des Scarborough-Riffs nach Warnung aus Manila
Südchinesisches Meer: Peking stationiert Streitkräfte in der Nähe des Scarborough-Riffs nach Warnung aus Manila

China gab am Sonntag bekannt, Militärpatrouillen und Küstenwacheneinsätze rund um das umstrittene Scarborough-Riff im Südchinesischen Meer durchgeführt zu haben. Diese Machtdemonstration erfolgt, nachdem die Philippinen kürzlich erklärt hatten, trotz einer relativen Entspannung der regionalen Spannungen weiterhin einer „ernsten Bedrohung“ durch Peking ausgesetzt zu sein.

Laut chinesischem Militär führten Marine- und Luftwaffeneinheiten Bereitschaftspatrouillen in den Gewässern und im Luftraum um das Riff durch. Peking behauptet, diese Operationen seien eine Reaktion auf sogenannte „Menschenrechtsverletzungen“ und „provokative Handlungen“, ohne dabei ein Land namentlich zu nennen.

Die chinesische Küstenwache gab ebenfalls an, in dem Gebiet Einsätze zur Strafverfolgung durchgeführt zu haben. Sie erklärte, in diesem Monat gegen mehrere Schiffe vorgegangen zu sein, denen illegale Aktivitäten vorgeworfen wurden, ohne jedoch weitere Details zur Identität der Schiffe oder zur genauen Art der Vorfälle preiszugeben.

Diese Operation erfolgte wenige Tage nach einer fünftägigen gemeinsamen Marineübung philippinischer und US-amerikanischer Streitkräfte in der Nähe des Scarborough-Riffs. Es war die dritte Übung dieser Art seit Jahresbeginn mit dem erklärten Ziel, die militärische Interoperabilität und die maritime Sicherheit zu stärken.

Das Scarborough-Riff zählt zu den heikelsten Konfliktherden im Südchinesischen Meer. De facto von China kontrolliert, aber von den Philippinen beansprucht, steht dieses Atoll regelmäßig im Mittelpunkt von Zwischenfällen mit Fischereifahrzeugen, Küstenwachen und Militärschiffen beider Länder.

Die eskalierenden Spannungen fallen zeitlich mit dem Shangri-La-Dialog in Singapur zusammen, dem wichtigsten asiatischen Forum für Verteidigungsfragen. Philippinische Regierungsvertreter bekräftigten ihre Besorgnis über chinesische Aktivitäten in umstrittenen Seegebieten, während Peking weiterhin seine Gebietsansprüche und seine militärische Präsenz in dieser strategisch wichtigen Region des Welthandels verteidigt.

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