Die UN fordert Untersuchungen zu den Todesfällen von Migranten in US-Haftanstalten.
Die UN fordert Untersuchungen zu den Todesfällen von Migranten in US-Haftanstalten.

Die Hohe Kommissarin der Vereinten Nationen für Menschenrechte hat Untersuchungen zu den Todesfällen von Migranten in US-amerikanischen Abschiebehaftanstalten gefordert. Diese Forderung erfolgt vor dem Hintergrund mehrerer Todesfälle seit Jahresbeginn, die Besorgnis über die Haftbedingungen ausgelöst haben.

Der UN-Hochkommissar für Menschenrechte, Volker Türk, forderte die US-Behörden nachdrücklich auf, diese Fälle umfassend zu untersuchen und die Verantwortlichen zur Rechenschaft zu ziehen. Die Organisation ist der Ansicht, dass unabhängige Untersuchungen notwendig sind, um die Achtung der Grundrechte von Personen in Verwaltungshaft zu gewährleisten.

Laut dem Büro des Hohen Kommissars für Menschenrechte starben in den ersten fünf Monaten des Jahres 18 Menschen in Haftanstalten der US-Einwanderungs- und Zollbehörde (ICE). Bei den Todesfällen handelte es sich um Migranten, die im Rahmen von Einwanderungsverfahren festgehalten wurden.

Das US-Heimatschutzministerium erwiderte, die Sterblichkeitsrate in den Haftanstalten betrage lediglich 0,009 % der Inhaftierten. Die US-Behörden heben diese Zahl hervor, um die Todesfälle im Verhältnis zur Gesamtzahl der Inhaftierten zu verdeutlichen.

Unterdessen hat eine US-Bundesbehörde eine Untersuchung der Todesfälle in Polizeigewahrsam eingeleitet. Ziel dieser Untersuchung ist es, die Umstände dieser Fälle zu klären und festzustellen, ob die geltenden Regeln und Protokolle ordnungsgemäß eingehalten wurden.

Der Appell der Vereinten Nationen erfolgt inmitten anhaltender Kritik internationaler Organisationen und Menschenrechtsorganisationen an der US-Einwanderungspolitik und den Haftbedingungen für Migranten. Die Ergebnisse der Untersuchungen könnten die Debatte über den Betrieb der Internierungslager und die dort gewährten Schutzmaßnahmen weiter anheizen.

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