Die Assistenzärzte in England haben beschlossen, den für Montag geplanten nationalen Streik nach Erhalt eines neuen Vorschlags der britischen Regierung auszusetzen und damit den Weg für eine mögliche Beilegung des seit mehr als drei Jahren andauernden sozialen Konflikts zu ebnen.
Diese Mobilisierung sollte der sechzehnte Streik junger Ärzte seit 2023 sein. Die Bewegung, die ins Leben gerufen wurde, um den Rückgang der Kaufkraft und die zunehmenden Schwierigkeiten bei der Rekrutierung innerhalb des britischen Nationalen Gesundheitsdienstes (NHS) anzuprangern, hatte erhebliche Störungen in den Krankenhäusern des Landes verursacht.
Die British Medical Association (BMA), die wichtigste Gewerkschaft der Assistenzärzte, hat angekündigt, das neue Regierungsangebot ihren Mitgliedern zur Abstimmung vorzulegen. Streikmaßnahmen sind während dieser Konsultationsphase ausgesetzt.
Die Gewerkschaft vertritt etwa 55.000 der rund 75.000 in England praktizierenden Assistenzärzte. Ihre Führung erklärte, dass keine weiteren Streikmaßnahmen ergriffen würden, bis die Mitglieder über den Vorschlag abstimmen konnten.
Die Vereinbarung sieht insbesondere eine Gehaltserhöhung von 3,5 % in diesem Jahr vor, die den Empfehlungen einer unabhängigen Stelle entspricht, die mit der Bewertung der Vergütung im öffentlichen Dienst beauftragt ist. Laut Regierung würden die vorgeschlagenen Maßnahmen insgesamt eine durchschnittliche Einkommenssteigerung von fast 4,9 % für die betroffenen Ärzte bedeuten.
Laut BMA würden die kumulierten Erhöhungen bis April 2027 eine durchschnittliche Gehaltssteigerung von 6,6 % ermöglichen. Der Plan sieht außerdem die Schaffung von 4.500 neuen Stellen vor, um die Beschäftigungs- und Ausbildungsperspektiven junger Ärzte zu verbessern.
Gewerkschaftsvertreter warnten jedoch, dass der Konflikt noch nicht endgültig beigelegt sei. Sollten die Mitglieder das Angebot im Referendum ablehnen, könnten die Streiks bereits im nächsten Monat wieder aufgenommen werden.
Für die britische Regierung ist diese Aussetzung eine Erleichterung, da der NHS weiterhin unter starkem Druck durch Personalmangel, Rekordwartelisten und steigende Nachfrage nach Pflegeleistungen steht.
Das Ergebnis der Abstimmung der Assistenzärzte wird nun entscheidend dafür sein, ob dieser langjährige soziale Konflikt endgültig beigelegt werden kann oder ob es in den kommenden Wochen zu einer neuen Episode kommen wird.
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