Bangladesch erlebt derzeit einen der schlimmsten Masernausbrüche seiner jüngeren Geschichte. Gesundheitsbeamte gaben am Samstag bekannt, dass in diesem Jahr mindestens 86 Kinder an bestätigten Infektionen gestorben sind, während bei weiteren 426 Verdachtsfällen Symptome auftraten, die mit der Krankheit vereinbar sind.
Seit mehreren Wochen schnellen die Fallzahlen im ganzen Land in die Höhe und setzen die Krankenhäuser unter enormen Druck. Die ohnehin schon fragile medizinische Infrastruktur kämpft mit dem massiven Patientenansturm, insbesondere in ländlichen Gebieten und dicht besiedelten, benachteiligten Stadtvierteln.
Laut Angaben der Generaldirektion für Gesundheitsdienste von Bangladesch wurden zwischen dem 15. März und dem 23. Mai 62.507 Verdachtsfälle von Masern registriert. Davon wurden 8.494 Infektionen labordiagnostisch bestätigt.
Die Gesundheitsbehörden sind besonders besorgt über die Situation von Kleinkindern. Kinder unter fünf Jahren gelten als am stärksten gefährdet für schwere Krankheitsverläufe, insbesondere wenn sie ungeimpft oder nur teilweise immunisiert sind.
Der sprunghafte Anstieg der Fälle hat die Sorgen um die Impfquote im Land erneut entfacht. Experten im Bereich der öffentlichen Gesundheit befürchten, dass Schwierigkeiten beim Zugang zur Gesundheitsversorgung, Verzögerungen bei Impfungen und überfüllte Krankenhäuser die Situation in den kommenden Wochen weiter verschärfen werden.
Die Weltgesundheitsorganisation beobachtet die sich entwickelnde Situation genau, während die bangladeschischen Behörden versuchen, die Ausbreitung des Virus einzudämmen und landesweite Impfkampagnen zu beschleunigen.
Gemeinschaft
Bemerkungen
Die Kommentarfunktion ist geöffnet, aber vor Spam geschützt. Beiträge und Kommentare mit Links werden manuell geprüft.
Sei der Erste, der diesen Artikel kommentiert.