Die polnische Regierung will den Schutz von Minderjährigen vor digitalem Missbrauch weiter vorantreiben. Ministerpräsident Donald Tusk kündigte am Dienstag seine Absicht an, die Nutzung von Mobiltelefonen an Grundschulen zu verbieten und die Altersbeschränkungen für den Zugang zu Online-Pornografie zu verschärfen.
Dem von der Regierung vorgelegten Gesetzentwurf zufolge ist es Schülern im Alter von 7 bis 15 Jahren ab dem 1. September nicht mehr gestattet, ihre Mobiltelefone auf dem Schulgelände zu benutzen. Das Verbot gilt nicht nur während des Unterrichts, sondern auch in den Pausen.
Der Text bietet Schulen zudem eine rechtliche Grundlage für die Einführung von Aufbewahrungssystemen für Mobiltelefone während des Schultages. Die Behörden gehen davon aus, dass diese Maßnahme die Konzentration der Schüler verbessern und Störungen durch die Smartphone-Nutzung reduzieren wird.
„Wir schlagen ein Verbot der Handynutzung an Grundschulen während des Unterrichts und der Pausen vor“, sagte Donald Tusk. Der Premierminister betonte, dass Eltern und Lehrkräfte über wirksame Instrumente verfügen müssten, um Kinder im Umgang mit digitalen Technologien zu begleiten.
Polen reiht sich damit in eine Reihe von Ländern ein, die bereits ähnliche Beschränkungen eingeführt haben. Insbesondere die Niederlande, Südkorea und Italien haben die Nutzung von Smartphones in Schulen eingeschränkt oder verboten, da Bedenken hinsichtlich ihrer Auswirkungen auf Aufmerksamkeit, Verhalten und schulische Leistungen bestehen.
Gleichzeitig plant die Regierung strengere Altersverifizierungsregeln für den Zugriff auf pornografische Inhalte im Internet. Donald Tusk bezeichnete dies als ein „zivilisatorisches Problem“ und argumentierte, dass die Sucht nach digitalen Plattformen, Spielen und sozialen Medien insbesondere junge Menschen betrifft und langfristige Folgen für deren Entwicklung und die Gesellschaft insgesamt haben kann.
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