Britische Rentner, die schon lange in Spanien leben, haben es im Alter zunehmend schwerer, die benötigte Pflege und Unterstützung zu erhalten. Viele Familien und Pflegekräfte führen diese Situation auf die Folgen des Brexit und die daraus resultierende Komplexität der Verwaltungsverfahren zurück.
Spanien beherbergt die größte britische Rentnergemeinschaft Europas. Angezogen vom Klima, den Lebenshaltungskosten und der hohen Lebensqualität haben sich im Laufe der Jahrzehnte Tausende Briten dort niedergelassen. Viele von ihnen erreichen nun jedoch ein fortgeschrittenes Alter und benötigen mehr medizinische oder soziale Unterstützung.
Unter ihnen ist die 80-jährige Carole Bentley, die in Südspanien lebt. Nach dem Tod ihres Mannes reiste ihr Sohn Daniel Northover aus Großbritannien ab, um sich um sie zu kümmern. Wie viele andere Familien steht auch er vor der Herausforderung, einen älteren Angehörigen im Ausland täglich zu pflegen.
Laut Angaben von Pflegekräften und lokalen Verbänden befinden sich viele Kinder britischer Rentner in einer schwierigen Lage. Sie müssen mitunter ihre Arbeit aufgeben oder umziehen, um ihre Angehörigen zu pflegen, wobei sich administrative Verfahren, Aufenthaltsfragen und der Zugang zu bestimmten Dienstleistungen als besonders kompliziert erweisen können.
Für manche ältere Menschen ist eine Rückkehr nach Großbritannien keine realistische Option. Sie haben viele Jahre in Spanien verbracht, sich dort ein Leben aufgebaut, soziale Netzwerke geknüpft und fühlen sich vollkommen zu Hause. „Ich liebe Spanien … Es ist meine Heimat“, sagt Carole Bentley.
Branchenexperten gehen davon aus, dass die Alterung der britischen Expat-Gemeinschaft diese Herausforderungen in den kommenden Jahren verschärfen wird. Der Bedarf an häuslicher Pflege, medizinischer Versorgung und administrativer Unterstützung wird voraussichtlich weiter steigen.
Diese Situation verdeutlicht die menschlichen Folgen des Brexit für einige im Ausland lebende britische Staatsbürger. Viele von ihnen haben Spanien als Altersruhesitz gewählt, sehen sich nun aber gerade dann mit unvorhergesehenen Hindernissen konfrontiert, wenn sie am dringendsten Unterstützung und angemessene Gesundheitsversorgung benötigen.
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