Die christliche Nichtregierungsorganisation ChinaAid begrüßte am Sonntag die Freilassung von Jin Mingri, dem leitenden Pastor der Zion-Kirche, einer bedeutenden, nicht inoffiziellen protestantischen Kirche in China. Er war seit Oktober letzten Jahres in Haftanstalten in der südlichen Stadt Beihai festgehalten worden und traf am Samstag in Los Angeles ein.
Laut ChinaAid befindet sich der Pastor, der auch unter seinem englischen Namen Ezra Jin bekannt ist, nun in den Vereinigten Staaten in Sicherheit. In einer Erklärung drückte die Organisation ihre tiefe Dankbarkeit für seine Freilassung aus, die sie als wichtigen Schritt zur Verteidigung der Religionsfreiheit in China wertet.
Jin Mingri gehörte zu den 18 Anführern dieser Untergrundkirche, die im vergangenen November verhaftet wurden. Die chinesischen Behörden warfen ihnen die „illegale Nutzung von Informationsnetzwerken“ vor, ein Delikt, das regelmäßig in Fällen gegen Aktivisten, Menschenrechtsverteidiger oder vom Staat nicht anerkannte Religionsgruppen geltend gemacht wird.
Trotz dieser Freilassung bleibt die Lage einiger Mitglieder der Church of Zion besorgniserregend. Grace, die Tochter von Pastor Jin Mingri, teilte Reuters mit, dass acht Mitglieder dieser Religionsgemeinschaft weiterhin in China festgehalten würden.
Die Zionskirche ist eine der größten Hauskirchen des Landes – christliche Gemeinschaften, die außerhalb der von Peking offiziell autorisierten religiösen Einrichtungen agieren. In den letzten Jahren haben die chinesischen Behörden ihre Kontrolle über unabhängige religiöse Organisationen unter Berufung auf die nationale Sicherheit und die öffentliche Ordnung verschärft.
Das chinesische Außenministerium hatte zum Zeitpunkt der Veröffentlichung noch nicht auf die Anfragen von Reuters reagiert. Die Freilassung von Jin Mingri erfolgt inmitten anhaltender Kritik an den Menschenrechtsverletzungen im Zusammenhang mit den Beschränkungen, die nicht anerkannten Religionsgemeinschaften in China auferlegt werden.
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